Games auf der Apple Watch

„Oder, das wohl dunkelste Kapitel in der kurzen Geschichte der Apple Watch“

Ja, ihr habt richtig gelesen. Es ist alles andere als Begeisterung, die mich zwingt veranlasst, diesen Artikel zu schreiben. Erstmal tiiief Luft holen und von vorne beginnen. Spiele auf der Apple Watch.

Geht das überhaupt? Antwort: Grundsätzlich ja. Gibt es die überhaupt? Antwort: Da beginnt schon das Problem. Wie finde ich die Games? Antwort: Ich denke da spontan an den App Store.

Ok, dann lasst uns mal gemeinsam in den App Store blicken und feststellen, hier ist schon die erste Hürde zu nehmen. Wie finde ich im App Store eigentlich Apps für die Apple Watch? Nach kurzem ratlosen Suchen, muss ich feststellen, es gibt keine Rubrik für die Apple Watch (zumindest nicht auf dem iPhone).

Also versuchen wir mal die Suche zu bemühen und geben den Begriff „Apple Watch“ ein. Und siehe da, es tut sich was. Apple weist mit einer speziellen Nachricht darauf hin, dass man über einen Link in den eigentlichen Apple Watch App Store (was für ein Name!) kommt. Apple Watch App StoreDen Link geklickt und man wird zur Apple Watch App geleitet, das ist die App auf dem iPhone über welche man die Apple Watch konfigurieren kann. Was sagt uns das also. Die Apple Watch App soll die zentrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um die Uhr sein.

Ok, akzeptieren wir das mal und schauen weiter. Hat man also den Store endlich gefunden, sucht man dort verzweifelt nach Spielen. Die Auswahl einer Kategorie ist leider nicht möglich. Man scrollt sich also durch die Übersicht und entdeckt auf einmal die Rubrik Spiele. In dieser Rubrik kann man zwischen den Sortierungen „Name“, „Erschienen“ und „Highlights“ wählen.

Spiele Reiter Lasst mich eins vorweg nehmen, alle drei Ansichten sind fast identisch (Stand 15. Mai 2015). Und damit kommen wir auch zum traurigen Teil der Geschichte. Es gibt eigentlich keine Games für die Apple Watch. Oder besser gesagt, die Auswahl ist so gering, dass ein Großteil der wohl unattraktivsten Apps es in die Highlights geschafft hat. Wo sollen da bitteschön die tausend Apps sein, von denen Apple im Vorfeld gesprochen hat. Ich habe sie bisher nicht gefunden.

Schauen wir uns die Auswahl von Apple mal genauer an …

1. BoxPop

Ist ein Puzzler bei dem man eine Fläche von Feldern durch antippen entfernen muss. Die Schwierigkeit besteht darin, dass man seine Züge nur in Springer-Manier, also wie beim Schachspiel (2-1/1-2) vornehmen darf. Funktioniert, ist ein bisschen „fizzelig“ beim Steuern, manchmal sogar herausfordernd, hat aber ein entscheidendes Problem, was viele Spiele auf der Apple Watch haben, der Arm ermüdet beim Spielen.

BoxPop

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2. Elementary Minute

Elementary Minute ist ein Ratespiel mit Trivial-Persuit-ähnlichen Fragen und Kategorien. Der Unterschied besteht aber darin, dass man keine Fragen gestellt bekommt, sondern Behauptungen vorgegeben werden und man dann entscheiden muss, ob diese Behauptung richtig oder falsch ist. Beispiel: „Sting ist ein Bandmitglied von U2“. Da Sting bei Police gesungen und den Bass gespielt hat, drückt man also auf  „Nein“ und kann so lange weiterspielen, bis man einen Fehler macht. Das Spiel ist nicht hübsch, funktioniert aber, ist aber dann doch nix für die Uhr, da wie schon erwähnt auf Dauer der Arm ermüdet.

Elementary Minute

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3. Letter Zap

Ein Scrabble-ähnliches Spiel, bei dem man vorgegebene Buchstaben in die richtige Reihenfolge setzen muss. Funktioniert, macht aber auf Dauer keinen Spaß, da auf der Watch nur kurze Worte dargestellt werden können und das bekannte Problem bleibt, der Arm ermüdet.

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4. #OX  

Ox ist ein simpler Tic-Tac-Toe Klon, der aber mit einer interessanten Spielvariante aufwartet. Man kann im Multiplayermodus mit der Apple Watch gegen einen iPhone Besitzer spielen. Sehr minimalistisch gehalten und macht mal Spaß. Wer Tic-Tac-Toe aber kennt weiß, dass man eigentlich nie verlieren kann und somit haben wir hier auch keine „Killer-App“ gefunden.

OX

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5. QUEStiny

Ein Abenteuerspiel, das wohl eher an Kinder gerichtet ist (die wohl keine Apple Watch haben werden). Die Aufmachung erinnert stark an Kinderlernspiele der späten 90er Jahre für den PC. Kurz spielbar, aber aufgrund des sehr geringen Schwierigkeitsgrades auch schnell langweilig. Das Spiel wäre wohl besser auf einer VTech Kiddyzoom Smart Watch aufgehoben.

Questiny

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6. Rules!

Der Lichtblick unter allen Apps. Die Coding Monkeys aus München haben sehr gute Arbeit geleistet. Grafisch und spielerisch das beste Game auf der Watch. Man spürt die Liebe und Detailversessenheit und muss den Entwickler dafür Respekt zollen. Jedoch scheitert auch Rules an der allgemeinen Tatsache, dass die Uhr für „herkömmliche“ Spiele einfach nicht gemacht ist und nach kurzer Zeit der Arm schmerzt.

Rules!

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7. Best Fiends

Ein Match-3-Game, ähnlich dem bekannten Candy Chrush Saga. Kleine Hürde, man kann auf der Apple Watch erst etwas machen, wenn man auf dem iPhone das Level 10 bezwungen hat. Ich habe mich mal für euch der langweiligen verantwortungsvollen Aufgabe angenommen und bin leider bei Level 8 gescheitert. Jetzt hätte ich zwar weiterspielen können, jedoch nur mit einem In-App-Kauf. Also ein Free-to-Play Titel, der mir Geld aus der Tasche ziehen möchte. Schon verloren. Ich spiele aus Prinzip nicht mehr weiter. Falls ihr weiter gekommen seid und auf der Uhr noch was interessantes passiert, dann schreibt es bitte in die Kommentare.

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8. Battle Camp

Ein Pokemon-ähnliches Spiel mit einem Match-3-Kampfsystem, was trotz Installation auf dem iPhone nicht auf meiner Apple Watch App auftauchen wollte. Ich muss den Test bei Gelegenheit nachholen.

Battle Camp

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9. Runeblade

Ein Fantasy Rollenspiel mit verwirrendem Kampfsystem. „ICH BIN MÜDE“. Habe keine Lust mehr mich in das komplizierte Thema einzuarbeiten. Bin enttäuscht vom ganzen App testen. Vielleicht bin ich auch zu alt dafür. Sollte ich da ein Juwel übersehen haben, dann lasst es mich bitte wissen.

Runeblade

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10. Toby

Eine Art Tamagotchi, bei der man Toby den Hund füttern und Stöckchen holen lassen kann. Einziger interessanter Ansatz ist es Toby mit der Watch zu rufen, dann ragt der kleine Dackel aus dem iPhone und taucht, wie an einem Gummiband gezogen, in der Apple Watch auf. Toby kann dann dort gefüttert und bespaßt werden. Nett, aber …

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11. Trivia Crack

Ein Ratespiel, ähnlich dem wohl in Deutschland bekannteren Quizduell. In meinen Augen das bessere und vor allem schönere Spiel. Auf der Apple Watch auch gut in Szene gesetzt und (fast) benutzbar. Die aktuelle Version scheint einen Bug zu haben, so kann man auf der Apple Watch die Frage falsch beantworten und hat dann trotzdem noch die Möglichkeit auf dem iPhone die korrekte Antwort zu geben. Naja …

Trivia Crack

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12. Wrist Sudoku

Kurz gesagt, ein einigermaßen funktionierendes Spiel auf der Uhr. Leider nicht immer ganz präzise steuerbar und durch den begrenzten Raum auf der Watch, lassen sich auch nur Sudokus mit den Zahlen von 1-4 lösen. Somit eigentlich nicht mehr als eine Konzeptstudie.

Wrist Sudoku

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Wir sehen, es gibt zwar Spiele, die auf der Uhr mehr oder weniger funktionieren (Rules, Elementary Minute, Wrist Sudoku), jedoch haben alle das gleiche Problem. Man muss zu lange spielen und zu lange spielen bedeutet ein Ermüden des Armes in kauf zu nehmen. Den Entwicklern kann man zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht einmal einen Vorwurf machen, konnten Sie ihre Spiele bisher doch nur auf dem Simulator und nicht auf einer echten Uhr testen.

Erwähnen sollte man auch, dass alle Spiele nur zusammen mit dem iPhone funktionieren. Ein kurzes Match an der Bushaltestelle ohne Telefon ist nicht möglich.

Zusammengefasst lässt sich also sagen, die Auswahl ist mehr als mau. Ehrlich gesagt ist die Auswahl katastrophal (mal von den besseren, wie Rules oder Letter Zap abgesehen)! Unter aller Sau! Einfach vernichtend schlecht!

Apple kommt einem schon ein bisschen wie Nintendo vor, die auf Drittanbieter Games angewiesen sind, aber keiner liefert.

Zur Entschuldigung muss man aber sagen, dass Apple ja selbst keine Games entwickelt und somit auf die Fähigkeiten von Drittanbietern angewiesen ist. Was Apple aber definitiv versäumt hat, ist sich im Vorfeld einem Entwicklerstudio bedient zu haben und gemeinsam ein Game (quasi eine Blaupause für ein funktionierendes Game-Konzept auf der Uhr) zu entwickeln. In jeder iPhone oder iPad Präsentation gab es in den Jahren davor Beispiele dafür und sei es ein total überbewertetesClumsy Ninja [Affiliate Link]

Diese Chance hat Apple definitiv verpasst. Und so muss man auf kreative Entwickler hoffen, die dem ganzen einen Schub geben könnten. Ehrlich gesagt glaube ich im Moment nicht daran. Die Stückzahlen der Apple Watch sind wohl zu gering, der monetäre Anreiz für Entwickler somit zu klein und letztendlich der Aufwand zu groß und das Risiko nicht abschätzbar.

Diese Chance hat Apple definitiv verpasst.

Um am Ende des Artikels dieser pessimistischen Sicht doch noch etwas positives abzugewinnen, möchte ich folgendes formulieren: „Der Entwickler, der es schafft als erster ein (gut) funktionierendes Game auf der Apple Watch zu kreieren, darf den ganzen Kuchen essen!“

Und ja, ich habe alle Apps tatsächlich gekauft.

10 Tage Apple Watch … ein erstes Fazit.

Geht das denn? Nach nur 10 Tagen über Sinn und Unsinn der Apple Watch zu urteilen? Kann man nach so kurzer Zeit überhaupt eine zuverlässige Aussage treffen? Ich bin mir ehrlich gesagt auch nicht ganz sicher, nicht etwa wegen des Produktes an sich, sondern eher wegen meiner noch euphorischen Stimmung. Ich finde es ja auch ein wenig abstrus, aber ehrlich gesagt, kann ich meinen aktuellen Zustand nicht anders beschreiben. Wie ich finde ein gutes Zeichen, denn zeigt es doch, das die Uhr kein Totalversagen von Apple darstellt, was doch so mancher prognostiziert hatte. Gäbe es keine Substanz, wäre sie sicherlich nach 10 Tagen in der Schublade verschwunden und würde nicht weiterhin an meinem Handgelenk sein.

Wird es mir überhaupt möglich sein wieder eine Uhr an meinem Handgelenk zu akzeptieren?

Tja, mein Handgelenk, um das ich mich am Anfang auch sehr gesorgt hatte. Habe ich doch in den letzen Jahren völlig Armbanduhrenabstinent gelebt und das, obwohl ich auf eine fast 30-jährige Geschichte als Uhrenträger und Sammler zurückblicken kann. Bis dann in den 2000ern das Mobiltelefon endgültig meine Armbanduhren begraben hatte. Wird es mir überhaupt möglich sein wieder eine Uhr an meinem Handgelenk zu akzeptieren? Jetzt kann ich nur resümieren, ohne die Apple Watch würde mir was fehlen und das nach nur 10 Tagen! Für mich selbst schon ein bisschen verrückt.

Vor allem das Ökosystem lässt noch sehr zu wünschen übrig

Sie ist sicherlich nicht perfekt und vor allem das Ökosystem lässt noch sehr zu wünschen übrig, aber genau das macht auch Hoffnung. Ist es doch nur eine Frage der Zeit, bis der Dampfer der Drittanbieter Apps, Home Kit Integration und weiteren Anbindungen, über die wir jetzt noch keine Vorstellungen haben, sich in Bewegung setzt.

Mickey

Der überraschendste Moment

Der für mich überraschenste Moment mit der Uhr, mit dem ich als Gelegenheitssportler überhaupt nicht gerechnet hätte, war die Fitnesskomponente. Ein ganz besonderes Erlebnis, das erste mal mit der Uhr (autark, ohne iPhone) zu laufen. In der Zwischenzeit ist die Apple Watch sogar zu einem für mich nicht mehr wegzudenkenden Motivator für meine bis dahin eher spärlichen sportlichen Aktivitäten geworden.

Die Tatsache, dass man mit der Uhr und zwar nur mit der Uhr laufen kann und die getrackten Ergebnisse von Strecke und Herzfrequenz einem GPS-Tracker und einem Pulsmessgerät (fast) nichts nachstehen, hätte ich so nicht erwartet.  Diese Ergebnisse wurden übrigens vom Consumer Report in den USA ebenfalls bestätigt. Nicht auszudenken, wenn zusätzliche Sensoren und Komponenten wie GPS bei den kommenden Versionen ihren Weg in die Uhr finden werden. Wenn die Uhr schon jetzt mit dem Wenigen was sie bietet überzeugen kann, wie wird es dann erst in Zukunft sein? Kleine Bemerkung am Rande; während ich diesen Artikel schreibe erinnert mich die Apple Watch mit einer Wochenübersicht an meine geleisteten Aktivitäten. Ich habe doch tatsächlich einen kompletten Marathon, also 45 km per Pedes zurückgelegt.

Watch and Shoe

Was mich am meisten stört

Tatsächlich muss ich über diesen Punkt etwas genauer nachdenken, nicht etwa, weil es da so viele Punkte gebe, es ist eher so, dass mir etwas wirklich gravierendes nicht spontan einfällt.  Klar hat die UI (User Interface) noch Optimierungspotential. Selbstverständlich müssen, vor allem Drittanbieter Apps, noch geschliffen werden. Die Uhr könnte in manchen Situationen auch performanter sein. Gerade die Ladezeiten von Apps sind teilweise grenzwertig. Der Preis, den so viele als ein großes Manko empfinden, ist in meinen Augen für das Gebotene ehrlich gesagt total angemessen und damit meine ich natürlich nur die günstigste Variante, aber genau um diese geht es ja schließlich. Denn, abgesehen von Äußerlichkeiten und Haltbarkeit (Saphirglas) gibt es ja keine technischen Unterschiede zu den teureren Versionen. Akku, das Thema welches vor dem Launch hochgekocht wurde, ist für mich persönlich auch kein Problem. Mit dem Laden über Nacht kann ich problemlos leben und während meines Alltags, der wirklich aus sehr vielen unterschiedlichen Tagessituationen besteht, ist der Uhr noch nie die Puste ausgegangen.

Gerade die Ladezeiten von Apps sind teilweise grenzwertig.

Was stört mich also am Meisten? Wenn überhaupt etwas, dann die Tatsache, dass ich mein iPhone noch immer dabeihaben muss. Ich habe mich schon zweimal dabei ertappt nur mit der Uhr das Haus verlassen zu haben, in der festen Annahme, tatsächlich nicht mehr als nur die Uhr zu brauchen. Und so gesehen ist das dann wohl eher noch ein gutes Zeichen, denn es zeigt, dass man in naher Zukunft sicherlich auch mal auf sein iPhone verzichten kann, wenn in späteren Revisionen die Apple Watch um die ein oder anderen Komponente bereichert wird.

Das Beste an der Uhr

Da musste ich nicht lange überlegen. Es ist eigentlich eine ganz unscheinbare und vor allem sehr unauffällige Komponente. Die Taptic Engine, das ist das Bauteil, welches den Träger der Uhr bei Benachrichtigungen leicht „anstupst“. So diskret, dass einem sofort klar wird, wie viel Arbeit es gemacht haben muss diese Taptic Engine so zu kalibrieren, dass man sich auf einen „Stups“ freut und nicht wie bei einem Mobiltelefon, selbst vom stummen „Vibrieren“ genervt ist.

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Mein Fazit nach nur 10 Tagen

Mein Fazit nach nur 10 Tagen … im Moment wäre für mich ein Leben ohne Apple Watch schon nicht mehr denkbar. Ob es sich dabei nur um die noch anfängliche Euphorie handelt, oder sich daraus vielleicht eine langjährige Beziehung entwickelt, werden wir beim nächsten Bericht in etwa 30 Tagen erfahren.