Schulunterricht mit iPads

Könnt ihr euch noch an die Hightech-Schulräume der 80er Jahre erinnern, ausgestattet mit einem Kassettenrekorder!, hunderten Metern von Kabeln und daran endenden Kopfhörern und Mikrofonen. Dort angeschlossen waren die Schüler der Zukunft, die wie Alien-Maden am Tropf des Mutterschiffes hingen und Fremdsprachen eingetrichtert bekamen. Treffenderweise nannte man diese Einrichtungen auch Sprachlabor und tatsächlich wurde an den Schülern damals experimentiert.

Man erhofft sich dadurch einfacher und effizienter lehren und lernen zu können. Heute wissen wir alle, dass gerade bei Sprache eine direkte Kommunikation oder gar ein Auslandsaufenthalt mehr wert sind als jede zuvor eingesetzte Technik. Diese und wohl auch andere negative Erfahrungen haben dazu geführt, dass man an Schulen, oder anderen pädagogischen Einrichtungen dem Thema modener Technik wohl eher abwertend gegenüber steht.

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Gut kann ich mich noch an die Aufschreie der Lehrkräfte und Eltern vor 5 Jahren erinnern, als man das erste Mal mit dem Gedanken gespielt hat Tablets im Unterricht einzusetzen. Welche Auswirkungen werden diese Geräte auf die Kinder und den Unterricht haben? Eine Frage, die man sich auch bei der hessischen Lehrkräfteakademie gestellt hat und so begleitete man dort über drei Jahre das MOLE-Projekt bei dem Grundschüler iPads im Unterricht einsetzen durften.

Das Ergebnis ist durchweg positiv und so haben nicht nur die Schüler großen Gefallen am Einsatz der neuen Technik gefunden, sondern mancher Lehrer stellt sich gar die Frage:

Ich weiß gar nicht, was ich machen soll; die Kinder arbeiten ganz alleine, was habe ich denn jetzt zu tun?

Mehr zur Studie, den Ergebnissen und den unerwarteten technischen Hürden findet ihr in diesem Artikel.

Spielempfehlung – Nightgate

„Im Jahr 2398 ist nach einem großen Krieg ein Netzwerk aus intelligenten Computern, der sogenannten Nightgate, das letzte Vermächtnis von Leben auf dem Planeten Erde.“

Dieser Einleitungssatz lässt keine Frage offen, dass es sich bei dem iOS-Titel Nightgate [Affiliate Link] um ein Spiel handelt, welches in einem dystopischen Zukunftssetting spielt. Das ist zwar richtig, beschreibt aber auf keinen Fall die im Spiel gezeigte reale Welt.

In den 70er Jahren wurden Atari 2600er Spiele mit aufwendig, liebevoll handgezeichneten Fantasiewelten beworben. Das tatsächliche Spiel, mit seiner rudimentären 8-bit Klötzchenoptik war aber so weit davon entfernt, wie Donald Trump von Mutter Theresa.

Ähnlich verhält es sich bei Nightgate, denn das dort gezeigte Universum hat mit unserer Erde, so wie wir sie kennen nichts zu tun. Kühl, abstrakt, minimalistisch zeigt sich diese Welt. Gefüllt von geometrischen Formen, die eher an einen Leistungskurs Mathematik, denn an ein Spiel erinnern. Keine guten Voraussetzungen für die Entspannung zwischendurch. Und doch kommt es ganz anders, aber dazu noch später.

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Zuerst wollen wir mal einen Blick auf die zentrale Spielmechanik werfen, die in meinen Augen bei kleinen iOS Titeln immer eine entscheidende Rolle zum Erfolg eines Smartphone-Games beiträgt. Und diese ist ehrlich gesagt ähnlich einfach und essentiell, wie das gesamte Spiel selbst. Man steuert dabei einen kleinen Punkt durch den Raum, nicht mehr und nicht weniger, als einen verdammten kleinen Punkt. Der Raum ist dabei ein universumähnliches Gebilde, welches durch geometrische Formen angereichert ist, die dem ganzen eine gehörige Tiefe und unglaubliche Weite vermitteln (empfehle das Spiel auf dem iPad).

Mit dem Finger auf dem Touchscreen und einer leichten Bewegung nach rechts, links, oben oder unten ändert man die Flugbahn des kleinen sympathischen Punktes und es ist nicht übertrieben, wenn man behauptet, dass nach kurzer Eingewöhnungsphase eine tiefe Verbundenheit spürbar ist und man förmlich und sehr intuitiv durch den Raum fließt.

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Das Ziel ist es, das nächstmögliche Gate zu erreichen und damit einen kleinen Funken auf das Überleben der Erde zu sichern. Der Weg zum Gate ist gezeichnet von Zwischenstationen, einem kleinen Kreis mit einem noch kleineren Punkt in der Mitte. Diese Stationen müssen berührt und aktiviert werden, erst dann ist der Weg zum Gate frei. Zwischendurch wird man von einem weiteren Punkt zur richtigen Ausgangsposition des folgenden Levels geleitet. Freunde von „The Legend of Zelda“ werden sich unweigerlich an die kleine nervende Fee Navi erinnert fühlen.

Natürlich wird die Reise von Level zu Level anstrengender und schwieriger und so stellen sich zahlreiche unterschiedliche Gegner in den Weg, die allesamt an ihrer roten Farbe zu erkennen sind. Rotierende Skalen, wie die Lautstärkenregelung einer Stereoanlage, sich auf und ab bewegende Linien mit der Schneidkraft eines Laserschwertes, propellerartige Wesen, die mit der Intelligenz eines Marschflugkörpers einem das Leben aushauchen wollen.

Begleitet wird dieses Szenario von einem sehr gelungenen und absolut passenden Soundtrack, der nicht umsonst auch bei iTunes separat gekauft werden kann. Ich erinnere mich noch gut an das Ende der 70er-Jahre, als ich anfing mich für synthetische Musik zu interessieren. Als Jugendlicher lauschte ich im Bett liegend, mit gigantischen Mickey-Mouse-Kopfhörern, den Klängen von Jean-Michel Jarre, der mich in andere Spähren abdriften lies, bis mich ein kurzes Knarzen und Kratzen der Vinyl-Schallplatte wieder in die Realität katapultierte. Kein Wunder, dass beim Soundtrack von Nightgate der Einfluss des unumstrittenen Meisters unüberhörbar ist. Angereichert mit einer modernen Prise TRON von Daft Punk. Was will man mehr… unbedingt mit Kopfhörer spielen!

Ist es vielleicht doch nur die Musik, die mich diesem Spiel verfallen lässt?

Nein, Nightgate besticht in meinen Augen mit einem Attribut, das es nur bei sehr wenigen Spielen gibt … totale Entspannung.

Ja, ein Spiel bei dem man sich nicht gehetzt, verängstigt oder überfordert fühlt. Ein Spiel das in erster Linie entspannt. Als würde man über einem guten Mandala sitzen, der Lieblingsmusik lauschen und mit jedem Bleistiftstrich mehr und mehr im Karma der inneren Ruhe versinken.

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Nightgate (Universal 2,99 €)

Surfingers

Aus der Serie: „Spiele für das Apple TV“

Das iPhone ist die perfekte „Bushaltestellenspielekonsole“ … in den wenigen Minuten, die einem bis zum Eintreffen des Buses bleiben, spielt man was „Schnelles“, „Unkompliziertes“, etwas was „Laune macht“.

Der App Store bietet dafür zahlreiche Möglichkeiten. Vor allem sogenannte „One-Button-Games“ scheinen das richtige Spiel für diese auszufüllenden Zehntelsekunden zu sein. Spiele, die man nicht knifflig bedienen muss, sondern die durch einen einfachen Druck auf den Bildschirm oder eine kleine Wischgeste gesteuert werden.

Unter diese Kategorie fällt auch „Surfingers“. Der Name sagt dabei schon alles, ist er doch eine Kombination aus den Worten „Surf“ und „Finger“ und beschreibt sehr genau, was man in diesem Spiel machen muss; einen Surfer mit dem Finger über die Wellen helfen, ohne dass er dabei vom Brett fällt. That’s it! Ein klassisches One-Button-Game also.
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Positiv erwähnen muss man, dass Surfingers sehr schön inszeniert wurde. Die Grafik verzückt, der Sound macht Laune und die Spielmechanik ist perfekt umgesetzt. Außerdem ist es kostenlos und mit einer sehr neutralen Free-to-Play-Mechanik versehen. Man kann sich von den Werbeeinblendungen freikaufen bzw. Charaktere à la Crossy Road [Affiliate Link].

Das erstaunlichste an diesem Titel ist aber die Tatsache, dass man „Surfingers“ vorzüglich auf dem Apple TV mit der Siri Remote spielen kann. Die grafische und akustische Präsentation auf dem gewaltigen TV-Schirm werten dieses Game unglaublich auf.

Ergänzend sei noch erwähnt, dass man nie in die Verlegenheit kommt, wie auf dem iPhone mit seinen Fingern beim Steuern den halben Bildschirm zu bedecken und so nur schlecht den weiteren Spielverlauf zu erblicken.

Ja, das Apple TV bietet auch Vorteile …

Surfingers Logo

Surfingers (kostenlos Universal) [Affiliate Link]

 

 

Mein iOS Spiel des Jahres „Gunbrick“

Würde man mich nach dem iOS Spiel des Jahres 2015 fragen, dann würde ich mich spontan  auf die typischen Kandidaten, wie Lara Croft GO [Affiliate Link] oder Monument Valley [Affiliate Link] berufen. In dieser Liga spielen natürlich auch Titel wie Bastion [Affiliate Link] oder Brothers: A Tale of Two Sons [Affiliate Link] mit, die im Grunde aber nur Umsetzungen von bereits erfolgreichen Konsolentitel sind.

Da es aber keinen Sinn macht, den hundertsten Review zu Monument Valley zu verfassen, möchte ich euch hier mein ganz persönliches “ Lieblingsspiel, welches nicht die notwendige Aufmerksamkeit bekommen hat und sich aber nicht hinter den anderen Titel verstecken muss“ ans Herz legen.

GunbrickGunbrick [Affiliate Link], ein Retro-Puzzle-Plattformer, der ganz ohne Sprungeinlagen auskommt.

 

Gunbrick spielt in einem futuristischen Setting mit fliegenden Autos, Überwachungsrobotern und Kampfdrohnen. Ein priese Blade Runner, ein Schuss Robocop und das alles in einem totalitären Staat. So düster das eigentlich Setting klingen mag, so comichaft und witzig ist das ganze dann aber umgesetzt. Eine klassische Retro-Pixeloptik mit einem Hauch abgefahrener und überdrehter Ideen kleiden dieses Spiel ganz hervorragend. Was anderes sollte man auch nicht vom Entwicklerstudio Nitrome erwarten, die kein unbeschriebenes Blatt sind, wenn es um coole Retro-Pixelgrafik geht. Haben sie doch schon durch Spiele wie Icebreaker: A Viking Voyage [Affiliate Link], 8bit Doves [Affiliate Link] und Magic Touch: Wizard for Hire [Affiliate Link] auf dieser Ebene geglänzt (alle Spiele übrigens eine Empfehlung).

Gunbrick Setting

So auch der Sound, der perfekt in diese Retro-SciFi-Kulisse passt. Leider wird zu oft bei Spieletests dem Sound und der Musik zu wenig Bedeutung geschenkt, was ich persönlich sehr schade finde. Ist doch die Musik ein ganz bedeutender Schlüssel zum Erfolg eines Spieles und nur gute Kompositionen lassen einen Spieler vollständig in die dargestellte Fantasiewelt eintauchen. Kurz gesagt, der Soundtrack ist erste Sahne.

Das herausragende an Gunbrick ist aber nicht seine exzellente Grafik und der hervorragende Sound. Gunbrick glänzt durch eine Spielmechanik, die man so in dieser Form nicht oft gesehen hat und man sich am Ende des Spieles fragt, warum eigentlich?

Gunbrick ist ein typischer Puzzle-Plattformer. Eine kleine, fast auf einen Blick übersichtliche Szene gilt es da zu meistern. Klingt simpel und einfach, ist es aber nicht immer. Und das nur, weil die Hauptkomponente eines Plattform-Puzzlers fehlt, das Springen! Bei Gunbrick bewegt sich nämlich nicht der Protagonist, sondern ein quadratischer Würfel, der sogenannte Gunbrick. Eine Art Roboterklotz in dem man sitzt und mit dem man versucht den Schergen des totalitären Staates zu entkommen. Für ein Quadrat ganz typisch, bewegt man sich nur durch ein Abrollen über dessen Ecken; so als würde man einen Spielwürfel mit den Fingern über den Tisch rollen. Zusätzlich kann man an einer Stelle des Fahrzeugs eine Kugel abfeuern, mit der man entweder Gegner und Gegenstände eliminieren kann, oder den Würfel kurzfristig in die Luft katapultiert.

Gerade aus diesem begrenzten Bewegungsapparat heraus sind manche im ersten Moment einfach erscheinende Level dann doch ziemlich schwierig zu meistern. Die im Grunde einfach erscheinende Spielmechanik wird durch ihre Kombinatorik aus rollen, katapultieren und schießen aber nie langweilig und machen das Spiel wie ich finde zu einem Dauerbrenner, den man bis zum Ende durchgespielt haben muss. Der Spielspaß kommt dabei nicht von ungefähr, haben doch Nitrome bei der Umsetzung der Würfelbewegunsmechanik hervorragende Arbeit geleistet.

Und so zeigt sich mal wieder, wie wichtig es ist, bei der Spieleentwicklung alle Komponenten einer Plattform zu beachten und dazu zählt natürlich auch immer das Medium der Steuerung, in diesem Fall die Touch-Bedienung.

Gunbrick sollte man (am besten auf einem iPad) gespielt haben.

Nitrome Pixel PackGunbrick kann auch zusammen mit anderen Nitrome Spielen im Nitrome Pixel Pack für 4,99 Euro erworben werden [Affiliate Link]

(Späte) Gedanken zum Apple Special Event

Ganze zwei Wochen sind nun vergangen und der Apple Special Event vom 9. September ist gefühlt schon eine Ewigkeit her. Macht es da überhaupt noch Sinn darüber zu sprechen? Ich denke ja und versuche hier mit dem nötigen Abstand und ohne jegliche Hilfen, das niederzuschreiben, was in meinem Kopf hängengeblieben ist. Vielleicht auch mal kein schlechter Ansatz.

Junge, wenn du mal nicht weiter weißt, dann höre immer auf dein Bauchgefühl.

Der gut gemeinte Rat meiner Eltern findet mal wieder Anwendung bei der Frage: „War das ein guter Event?“. Da muss ich nicht lange überlegen. Ja, dieser Apple-Event war einfach gut, in jeglicher Hinsicht. Einen Vergleich zum letzten WWDC-Event mit der Vorstellung von Apple Music möchte ich nicht ziehen. Da gewinnt wohl alles dagegen, sogar die Vorstellung einer neuen Formelsammlung für Finanzmarktanalysen.

Tim Cook Opening Event 2015Betrachten wir also den September Event. Was ist mir noch positiv in Erinnerung geblieben? Mir fällt sofort der Beginn der Veranstaltung ein. Ein gut gelaunter Tim Cook betritt die Bühne und schindet mal keine Zeit mit langweiligen Zahlen, sondern kommt gleich zur Sache. Sehr sympathisch und wohl auch dem straffen Programm des Events geschuldet. Keine Kleinigkeit, ist doch Apple ein börsennotiertes Unternehmen, das trotz gigantischer Gewinne auch immer auf die wohlwollenden Reaktionen der Analysten angewiesen ist.

Noch besser war aber der Hinweis von Tim Cook, dass man jetzt eine deutlich größeren Präsentationsort gewählt hat, um nicht etwa noch mehr Journalisten zu beherbergen, sondern die Mehrzahl der Besucher Apple Mitarbeiter sind. Ein weiterer Hinweis über die neue Firmenkultur bei Apple, die inzwischen deutlich die Handschrift von Tim Cook trägt.

Apple Watch Hermes

Wie ging es dann weiter? Ja, die Apple Watch war mal wieder Thema. Nicht viel neues, was sich aber bei mir sofort eingebrannt hat, war das wundervolle Hermès Armband. Sind das etwa neue Pfade, die da Apple bestreitet? Nicht ganz, solche Kooperationen gab es auch schon früher, man denke da nur an den Hewlett-Packard-iPod (haha). Hier wird nun wieder der große Einfluss von Jony Ive deutlich. Die Hermès Kooperation trägt eindeutig seine Handschrift. Beim ersten Betrachten der Preisliste musste ich dann aber schlucken, sollten die Armbändern tatsächlich über 1.000 Euro kosten? Nach dem zweiten Blick normalisierte sich mein Puls, die Apple Watch ist bei diesem Preis dabei. Auch wenn viele sagen, das sei zu teuer, bleibt es doch die günstigste Uhr, die Hermès in seinem aktuellen Programm hat!

Exakt vier große Punkte hatte der Apple Event zu bieten, das weiß ich noch. Wie ging es nach der Apple Watch weiter? Genau, mit dem iPad. Hallo? Mit dem iPad? Was hat ein iPad auf einem September Event zu suchen, der eigentlich für die Präsentation des iPhones geschaffen wurde? Wir sind alle eines besseren belehrt worden. Apple hat doch tatsächlich ein neues Produkt aus dem Hut gezaubert. Wenn jetzt einige meinen, das iPad Pro ist nur ein „großes“ iPad, dann denkt man zu kurzfristig. Wir haben es hier mit einer neuen Produktkategorie von Apple zu tun und jetzt schließt sich auch wieder der Kreis aller zuvor gemeldeten Gerüchte und den Kooperationen zwischen Apple mit Cisco und IBM. Etwas, dass ich vor ein paar Jahren nicht für möglich gehalten hätte scheint einzutreffen. Apple interessiert sich wieder für den Business-Markt und versucht diesen wohl mit den Kooperationen und ganz fest mit dem iPad Pro zu erobern. Ich bin mir noch nicht sicher, was ich davon halten soll. Die Möglichkeit, dass es vielleicht klappt ist zum augenblicklichen Zeitpunkt nicht mehr soweit entfernt, wie es noch vor Jahren war.

iPad Pro Faster

Zurück aber zum Produkt, dem iPad Pro, das mir, wenn man mich mal wieder nach meinem „Bauchgefühl“ fragt, eigentlich gut gefällt. Nicht unbedingt etwas was ich sofort benutzen würde, aber mein Gefühl sagt trotzdem wieder „Ja“. Die Preispolitik und Ausstattungsstufen lassen mich aber etwas ratlos zurück. Warum hat nur das größte iPad Pro mit 128 GB die Möglichkeit einer Mobilfunkanbindung? Würde es nicht sogar bei den kleiner Modellen, wo die Daten dann in der Cloud liegen, nicht noch mehr Sinn machen? Und beschneidet man dann dem Produkt nicht eines seiner schon immer besten Features gegenüber einem MacBook; dem „echten“ Online-Faktor. Bis heute gibt es keine Online-MacBooks. Weiterhin besteht dort nur die Möglichkeit über das umständliche Tethering mit dem iPhone. Für mich schon immer eines der Hauptpluspunkte bei der Benutzung eine iPads.

Erwähnen sollte man auch den Werbespot für das iPad Prod, der wie ich finde sehr gut gelungen ist. Fantastische Bilder des unendlichen Universums, welche natürlich eine direkte Anspielung auf die Größe des Gerätes sind.

Ins Auge sticht natürlich auch der Apple Pencil, der irgendwie ein komisch Gefühl bei mir hinterlässt, hat man doch noch immer die Aussage von Steve im Kopf „wer braucht schon einen Stift“. Klar, dieser Satz ist aus einem andern Kontext heraus entstanden und der Apple Pencil hat seine Daseinsberechtigung. Er ist als eine Ergänzung zum iPad zu verstehen und wird ja auch so angeboten, liegt er dem iPad ja nicht bei, sondern kann für Apple Verhältnisse günstige 100 Euro dazugekauft werden.Apple-Pencil

Ein weiteres Indiz für eine eher Business-orientierte Ausrichtung. Mehr Infos zum Apple Pencil findet ihr übrigens in dem interessanten Artikel der Designerin Linda Dong. Wenn dem so ist, dann schein der Apple Pencil sogar ein großer Wurf zu sein.

Apple Smart Keyboard

Ob man das auch von dem Keyboard behaupten kann, bleibt fraglich, sieht es doch wie eine Blaupause des Microsoft Surface Keyboards aus. Das es das aber im Grunde nicht ist, macht der ursprüngliche Patentantrag von Apple deutlich, der übrigens noch vor dem Surface Keyboard eingereicht wurde. In der Presse- und Medienlandschaft, wird diese Produktvorstellung aber weiterhin als „Cupertino,  start your photocopiers“ wahrgenommen werden und der Preis von wohl über 170 Euro wird dann wohl auch eher für zurückhaltende Schlagzeilen sorgen.

Deutlich wird aber mit dem iPad Pro, dem Pencil und der Tastatur, welche Zukunftsvisionen Apple hat. Eine Ablösung des klassischen Computers steht im Moment ganz oben auf der Agenda von Apple.

Der nächste Programmpunkt, der ja auch schon über die Gerüchteküche zu hören war, betraf dann das Apple TV. Ein Produkt, zu dem ich eigentlich nicht viel sagen kann, denn ich besitze bis heute keines. Grund ist der fehlende TV mit HDMI-Eingang. Das ich mich jetzt von meiner geliebten alten Röhre verabschiede und mir tatsächlich einen neuen Flatscreen kaufe, sagt wohl schon viel. Der Reiz besteht für mich dabei am ehesten an der Tatsache, dass jetzt Apps und Spiele am Apple TV genutzt werden können und an der neuen Fernbedienung.

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Ein abschließendes Urteil möchte ich mir aber darüber erst bilden, wenn ich es auch mal benutzt habe. Mein Bauchgefühl dazu würde ich eher als „verhalten“ beschreiben. Das Apple TV ist für mich nicht Fisch und nicht Fleisch und hinterlässt ein bisschen das Gefühl, es hier mit einem Produkt zu tun zu haben, dass nicht in letzter Konsequenz durchdacht wurde und gerne alle Türen offen lässt. Etwas, was man von Apple so eigentlich eher nicht kennt.

Vielleicht weiterhin doch nur ein Hobby?

Das iPhone selbst, war dann natürlich keine Überraschung mehr, es bleibt aber das weiterhin wichtigste Produkt für Apple. Nicht umsonst wurde die Präsentation ans Ende der Veranstaltung gelegt. Neben den üblichen Speedbumps und den tollen Farben (ich würde mich tatsächlich für rosa entscheiden) gab es eine für mich herausragende Neuerung, die Taptic Engine.

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Wer hier diesen Blog liest weiß, dass ich ein großer Fan der Taptic Engine bin, sei es bei der Apple Watch oder dem MacBook. Apple hat hier total überzeugt. Wenn die Integration auf dem iPhone und im iOS genauso gut gelungen ist, dann ist das nicht nur ein neues Feature bei den Phones, sondern ein komplett neuer Weg der Benutzerführung den Apple damit bestreitet. Außerdem hebt man sich dadurch abermals von der Konkurrenz ab, was auf Dauer immer schwieriger werden dürfte.


Ein weiteres Highlight war für mich noch das neue Live Photos. Ein wohl im Moment noch von den meisten unterschätzte Funktion des iPhone. Könnte mir vorstellen, dass es wirklich die Fotografie, so wie wir sie all die Jahre über verstanden haben, revolutionieren kann. Es bleibt spannend, warten wir’s ab.

Gesungen hat dann noch One Republic, was eigentlich keine Erwähnung wert ist, wäre da nicht das „Fuck“ von Sänger Ryan Tedder beim Selfie Versuch mit Tim Cook gewesen.