Linelight ——–*–

Die Auswahl an iOS Games ist gigantisch groß. Klar, dass bei einer solchen Fülle viele Titel einfach „unter dem Radar bleiben“ oder gar „durchs Raster fallen“. Aufmerksamkeit und die richtige Presse, ohne diese beiden Attribute kann man es im App Store leider nicht weit bringen.

Umso wichtiger, von Zeit zu Zeit mal einen lobenswerten iOS-Titel hier zu erwähnen. Ein Spiel was mich in letzter Zeit absolut fesselt und ganz wichtig für mich über „Bushaltestellenkompatibilität“ verfügt ist Linelight. Der Name ist Programm, spielt man doch ein Licht, welches auf einer Linie wandert. Ich würde mal behaupten, man ist ein Elektron, welches sich innerhalb von Schaltkreisen bewegt. Sehr minimalistisch gezeichnet mit einer ebenso rudimentären Steuerung, die übrigens hervorragend auf dem Touchscreen des iPhones bzw. des iPads funktioniert.

gif_v0.4.2_01

Untermalt mit einer sich ständig wiederholenden, aber nicht langweilenden Endlosschleifenmelodie, die einen an die gute alte Game-Boy-Zeit erinnert, wo Speicherplatz für Musik noch kostbar war.

Das Setting stimmt und so fragt man sich unwillkürlich nach ein paar Metern durch die Kupferleitungen: „Kann dieses doch sehr einfach anmutende Spiel auf Dauer spannend bleiben?“. Darauf gibt es eigentlich nur eine Antwort: „JA, absolut“. Die Entwickler versorgen den Spieler mit einem sich stetig steigernden Schwierigkeitsgrad, der durch neue Elemente, wie z. B. verfolgende rote Elektronen, Schalter, Leitungsunterbrechungen, Durchflußbegrenzer, usw. das Game nie langweilig wirken lassen. Vielmehr verfällt man schon nach kurzer Zeit in einen „Flow“, aus dem man nur ungern wieder auftaucht.

Linelight gibt es für 2,29 € im App Store [Affiliate Link]

P.S.: Wem diese ganzen Argument noch nicht genügen, dem sei gesagt, dass sich das Entwicklerstudio den Namen my dog Zorro gegeben hat. So viel Liebe zu seinem Vierbeiner muss einfach mit einem Kauf honoriert werden.

Switch to iPhone

Apple rührt verstärkt die Werbetrommel. Nach der iPad Kampagne und den Fotografie Tutorials überrascht das kalifornische Unternehmen mit einer neuen Serie von Werbevideos.

Im Fokus steht dabei das iPhone, oder besser gesagt dessen Plattform iOS. Apple zielt dabei auf die unzähligen Android-Benutzer und macht mit den Filmen verständlich, warum man auf das iPhone wechseln sollte.

Mir persönlich gefällt der „Privacy Spot“ am besten. Sicherlich eines der in der Öffentlichkeit am wenigsten wahrgenommenen Unterschiede beider Plattformen, die aber ganz deutlich die wahre Stärke von iOS darstellt.

 

 

Spielempfehlung – Nightgate

„Im Jahr 2398 ist nach einem großen Krieg ein Netzwerk aus intelligenten Computern, der sogenannten Nightgate, das letzte Vermächtnis von Leben auf dem Planeten Erde.“

Dieser Einleitungssatz lässt keine Frage offen, dass es sich bei dem iOS-Titel Nightgate [Affiliate Link] um ein Spiel handelt, welches in einem dystopischen Zukunftssetting spielt. Das ist zwar richtig, beschreibt aber auf keinen Fall die im Spiel gezeigte reale Welt.

In den 70er Jahren wurden Atari 2600er Spiele mit aufwendig, liebevoll handgezeichneten Fantasiewelten beworben. Das tatsächliche Spiel, mit seiner rudimentären 8-bit Klötzchenoptik war aber so weit davon entfernt, wie Donald Trump von Mutter Theresa.

Ähnlich verhält es sich bei Nightgate, denn das dort gezeigte Universum hat mit unserer Erde, so wie wir sie kennen nichts zu tun. Kühl, abstrakt, minimalistisch zeigt sich diese Welt. Gefüllt von geometrischen Formen, die eher an einen Leistungskurs Mathematik, denn an ein Spiel erinnern. Keine guten Voraussetzungen für die Entspannung zwischendurch. Und doch kommt es ganz anders, aber dazu noch später.

nightgate-1

Zuerst wollen wir mal einen Blick auf die zentrale Spielmechanik werfen, die in meinen Augen bei kleinen iOS Titeln immer eine entscheidende Rolle zum Erfolg eines Smartphone-Games beiträgt. Und diese ist ehrlich gesagt ähnlich einfach und essentiell, wie das gesamte Spiel selbst. Man steuert dabei einen kleinen Punkt durch den Raum, nicht mehr und nicht weniger, als einen verdammten kleinen Punkt. Der Raum ist dabei ein universumähnliches Gebilde, welches durch geometrische Formen angereichert ist, die dem ganzen eine gehörige Tiefe und unglaubliche Weite vermitteln (empfehle das Spiel auf dem iPad).

Mit dem Finger auf dem Touchscreen und einer leichten Bewegung nach rechts, links, oben oder unten ändert man die Flugbahn des kleinen sympathischen Punktes und es ist nicht übertrieben, wenn man behauptet, dass nach kurzer Eingewöhnungsphase eine tiefe Verbundenheit spürbar ist und man förmlich und sehr intuitiv durch den Raum fließt.

nightgate-2

Das Ziel ist es, das nächstmögliche Gate zu erreichen und damit einen kleinen Funken auf das Überleben der Erde zu sichern. Der Weg zum Gate ist gezeichnet von Zwischenstationen, einem kleinen Kreis mit einem noch kleineren Punkt in der Mitte. Diese Stationen müssen berührt und aktiviert werden, erst dann ist der Weg zum Gate frei. Zwischendurch wird man von einem weiteren Punkt zur richtigen Ausgangsposition des folgenden Levels geleitet. Freunde von „The Legend of Zelda“ werden sich unweigerlich an die kleine nervende Fee Navi erinnert fühlen.

Natürlich wird die Reise von Level zu Level anstrengender und schwieriger und so stellen sich zahlreiche unterschiedliche Gegner in den Weg, die allesamt an ihrer roten Farbe zu erkennen sind. Rotierende Skalen, wie die Lautstärkenregelung einer Stereoanlage, sich auf und ab bewegende Linien mit der Schneidkraft eines Laserschwertes, propellerartige Wesen, die mit der Intelligenz eines Marschflugkörpers einem das Leben aushauchen wollen.

Begleitet wird dieses Szenario von einem sehr gelungenen und absolut passenden Soundtrack, der nicht umsonst auch bei iTunes separat gekauft werden kann. Ich erinnere mich noch gut an das Ende der 70er-Jahre, als ich anfing mich für synthetische Musik zu interessieren. Als Jugendlicher lauschte ich im Bett liegend, mit gigantischen Mickey-Mouse-Kopfhörern, den Klängen von Jean-Michel Jarre, der mich in andere Spähren abdriften lies, bis mich ein kurzes Knarzen und Kratzen der Vinyl-Schallplatte wieder in die Realität katapultierte. Kein Wunder, dass beim Soundtrack von Nightgate der Einfluss des unumstrittenen Meisters unüberhörbar ist. Angereichert mit einer modernen Prise TRON von Daft Punk. Was will man mehr… unbedingt mit Kopfhörer spielen!

Ist es vielleicht doch nur die Musik, die mich diesem Spiel verfallen lässt?

Nein, Nightgate besticht in meinen Augen mit einem Attribut, das es nur bei sehr wenigen Spielen gibt … totale Entspannung.

Ja, ein Spiel bei dem man sich nicht gehetzt, verängstigt oder überfordert fühlt. Ein Spiel das in erster Linie entspannt. Als würde man über einem guten Mandala sitzen, der Lieblingsmusik lauschen und mit jedem Bleistiftstrich mehr und mehr im Karma der inneren Ruhe versinken.

Nightgate Icon.png

Nightgate (Universal 2,99 €)

Wenn der Podcast zweimal klockiet

Vor ein paar Monaten war ich bereits zu Gast beim InsertMoin Podcast und es wurde über meine Spiele-Empfehlung „Agent A“ für das Apple TV geplaudert.

klocki gameplay.png

Gestern sprach ich mit Daniel über einen Tipp der App-Store-Redaktion … „Klocki“ [Affiliate Link] ein „bushaltestellenkompatibles“ Puzzle Game, in „monumentaler Optik“, das mit steigendem Schwierigkeitsgrad auch richtig Spaß macht.

Hier gehts zum Podcast …

klocki logo.png

Klocki (Universal 0,99 €) [Affiliate Link]

 

 

 

 

 

Mein iOS Spiel des Jahres „Gunbrick“

Würde man mich nach dem iOS Spiel des Jahres 2015 fragen, dann würde ich mich spontan  auf die typischen Kandidaten, wie Lara Croft GO [Affiliate Link] oder Monument Valley [Affiliate Link] berufen. In dieser Liga spielen natürlich auch Titel wie Bastion [Affiliate Link] oder Brothers: A Tale of Two Sons [Affiliate Link] mit, die im Grunde aber nur Umsetzungen von bereits erfolgreichen Konsolentitel sind.

Da es aber keinen Sinn macht, den hundertsten Review zu Monument Valley zu verfassen, möchte ich euch hier mein ganz persönliches “ Lieblingsspiel, welches nicht die notwendige Aufmerksamkeit bekommen hat und sich aber nicht hinter den anderen Titel verstecken muss“ ans Herz legen.

GunbrickGunbrick [Affiliate Link], ein Retro-Puzzle-Plattformer, der ganz ohne Sprungeinlagen auskommt.

 

Gunbrick spielt in einem futuristischen Setting mit fliegenden Autos, Überwachungsrobotern und Kampfdrohnen. Ein priese Blade Runner, ein Schuss Robocop und das alles in einem totalitären Staat. So düster das eigentlich Setting klingen mag, so comichaft und witzig ist das ganze dann aber umgesetzt. Eine klassische Retro-Pixeloptik mit einem Hauch abgefahrener und überdrehter Ideen kleiden dieses Spiel ganz hervorragend. Was anderes sollte man auch nicht vom Entwicklerstudio Nitrome erwarten, die kein unbeschriebenes Blatt sind, wenn es um coole Retro-Pixelgrafik geht. Haben sie doch schon durch Spiele wie Icebreaker: A Viking Voyage [Affiliate Link], 8bit Doves [Affiliate Link] und Magic Touch: Wizard for Hire [Affiliate Link] auf dieser Ebene geglänzt (alle Spiele übrigens eine Empfehlung).

Gunbrick Setting

So auch der Sound, der perfekt in diese Retro-SciFi-Kulisse passt. Leider wird zu oft bei Spieletests dem Sound und der Musik zu wenig Bedeutung geschenkt, was ich persönlich sehr schade finde. Ist doch die Musik ein ganz bedeutender Schlüssel zum Erfolg eines Spieles und nur gute Kompositionen lassen einen Spieler vollständig in die dargestellte Fantasiewelt eintauchen. Kurz gesagt, der Soundtrack ist erste Sahne.

Das herausragende an Gunbrick ist aber nicht seine exzellente Grafik und der hervorragende Sound. Gunbrick glänzt durch eine Spielmechanik, die man so in dieser Form nicht oft gesehen hat und man sich am Ende des Spieles fragt, warum eigentlich?

Gunbrick ist ein typischer Puzzle-Plattformer. Eine kleine, fast auf einen Blick übersichtliche Szene gilt es da zu meistern. Klingt simpel und einfach, ist es aber nicht immer. Und das nur, weil die Hauptkomponente eines Plattform-Puzzlers fehlt, das Springen! Bei Gunbrick bewegt sich nämlich nicht der Protagonist, sondern ein quadratischer Würfel, der sogenannte Gunbrick. Eine Art Roboterklotz in dem man sitzt und mit dem man versucht den Schergen des totalitären Staates zu entkommen. Für ein Quadrat ganz typisch, bewegt man sich nur durch ein Abrollen über dessen Ecken; so als würde man einen Spielwürfel mit den Fingern über den Tisch rollen. Zusätzlich kann man an einer Stelle des Fahrzeugs eine Kugel abfeuern, mit der man entweder Gegner und Gegenstände eliminieren kann, oder den Würfel kurzfristig in die Luft katapultiert.

Gerade aus diesem begrenzten Bewegungsapparat heraus sind manche im ersten Moment einfach erscheinende Level dann doch ziemlich schwierig zu meistern. Die im Grunde einfach erscheinende Spielmechanik wird durch ihre Kombinatorik aus rollen, katapultieren und schießen aber nie langweilig und machen das Spiel wie ich finde zu einem Dauerbrenner, den man bis zum Ende durchgespielt haben muss. Der Spielspaß kommt dabei nicht von ungefähr, haben doch Nitrome bei der Umsetzung der Würfelbewegunsmechanik hervorragende Arbeit geleistet.

Und so zeigt sich mal wieder, wie wichtig es ist, bei der Spieleentwicklung alle Komponenten einer Plattform zu beachten und dazu zählt natürlich auch immer das Medium der Steuerung, in diesem Fall die Touch-Bedienung.

Gunbrick sollte man (am besten auf einem iPad) gespielt haben.

Nitrome Pixel PackGunbrick kann auch zusammen mit anderen Nitrome Spielen im Nitrome Pixel Pack für 4,99 Euro erworben werden [Affiliate Link]

Quick Tip: Batterieladung der Apple Watch

Mit dem Release von iOS 9 gibt es jetzt eine neu praktische Schnellansicht über die Batterieladung eurer Apple Watch.

Wenn man die Mitteilungszentrale am iPhone aufruft (von oben, über den Bildschirmrand des iPhones, nach unten streichen), wird man nun auch über den aktuellen Batteriestatus der Uhr informiert.

Batteriestatus - Mitteilungszentrale