Fan(boy)tastische Kopfhörer

Oder, 10 Punkte, die mich an den AirPods stören.

Aufklappen, rausnehmen, einstecken und los gehts. Mehr muss nicht getan werden um die neusten Kopfhörer aus Cupertino zu genießen.

Der Tenor in der Presse ist durchweg positiv. Selbst bei einigen nicht zu übersehenden Kritikpunkten bleibt am Ende übrig, dass man hier die Zukunft auf bzw. in den Ohren hat.

Der Weg den Apple beschreitet scheint also der richtige zu sein; am Ziel ist man jedoch noch lange nicht angelangt.

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Dieser Artikel befasst sich deshalb ausschließlich mit den negativen Seiten der AirPods. Kleine und große Macken, die mir im alltäglichen Gebrauch aufgefallen sind und manchmal mehr als nerven … los gehts!

  1. Das Case und die Kopfhörer sind schon sehr „flutschig“ und gleiten einem nicht selten aus der Hand.
  2. Es ist nicht gerade angenehm, wenn sie ihm Ohr sind und man zur Steuerung auf die Kopfhörer tippt.
  3. Ein Verbindungswechsel von Gerät zu Gerät funktioniert nicht automatisch (wie viele vielleicht denken). Über den iCloud-Sync ist sicherlich einiges einfacher, aber dennoch muss noch immer „händisch“ umgeschaltet werden.
  4. Nimmt man die Kopfhörer aus dem Ohr stoppt die Musik. Hält man den Ohrstöpsel dann in der Hand und verdeckt dabei die Sensoren, geht die Musik im anderen Ohr wieder los.
  5. Die AirPods synchronisieren nicht mit dem Apple TV. Ehrlich Apple?
  6. Die Steuerung ist nicht an den Kopfhörern selbst möglich. Man muss also immer das iPhone, die Apple Watch oder den Mac bemühen.
  7. Siri is a mess. Gut gemeint Apple, aber in der Praxis unbrauchbar. Siri ist langsam,  fehlerhaft („Musik Lauter“ … „Auf welcher Nummer möchtest du Frank Lauter anrufen?“) und grundsätzlich auf ein Gerät mit einem Display ausgerichtet. So leider nicht :/
  8. Was macht man, wenn man wie ich beruflich mit einem Mac an einer Windows Tastatur arbeitet, die keine Lautstärketasten hat. Tja, dann muss man tatsächlich die Toneinstellungen auf die Menübar legen. Doof
  9. Der Doppeltap ist nicht immer zuverlässig (zumindest bei mir, gerade wenn ich kurz davor das Ausgabegerät gewechselt habe).
  10. Läuft man mit der Apple Watch und der Fitness App, dann schaltet die Uhr leider immer automatisch auf die Fitness App zurück, auch wenn die letzte angezeigte App die Musik App war. Damit kann erst nach einem umständlichen Umschalten (Doppeltap auf die Krone) in die Musik App zurück gewechselt und die Lautstärke justiert werden. Nervt

Denke man kann, je nach Anwendungsfall, die Liste sicherlich erweitern. Wenn auch ihr die ein oder andere „Ecke oder Kante“ bei den AirPods entdeckt, würde ich mich über Kommentare freuen.

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Bei einer Jacke wie dieser können die AirPods schon mal hängen bleiben und aus den Ohren fallen.
Für mich bleiben die AirPods aber trotzdem ein tolles Produkt, welches ich täglich gerne benutze. Ob ich sie jetzt empfehlen würde ist da schon schwieriger zu beantworten, da nicht jeder mit diesen doch vorhanden Einschränkungen leben kann.

Vielleicht sollte der ein oder andere auf die nächste Revision warten, die dann hoffentlich eine vernünftige Steuerung ermöglicht.

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Oder, wie gut ist die neue MacBook Pro Tastatur?

Viel wurde schon über das neue Keyboard am MacBook Pro mit Touch Bar berichtet. Viele werden nicht ganz warm mit der neuen Tastatur aus dem Hause Apple. Dem einen ist der Hub zu gering, dem anderen die Tastaturbelegung zu wider, andere stören sich an der nicht ganz geringen Geräuschentwicklung. Mancher schließt gar einen Kauf der neuen MacBook Pro Modelle komplett aus, weil sie eben über diese neue Tastatur verfügen.

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Technik Gadgets leben von ihrer Vergleichbarkeit. Noch so jedes kleine Detail der Hardware lässt sich mit diversen Messungen bestimmen, bewerten und vergleichen. Und doch gibt es Dinge, die man einfach nicht in konkrete Messwerte fassen kann. Dazu zählt auch die Tastatur, bei der ein nicht unerheblicher Anteil dem reinen subjektiven Empfinden geschuldet ist. Schließlich berührt man die Tastatur ja mit seinen Fingern, einem der wohl empfindlichsten Sinnesorgane des menschlichen Körpers.

Die Technik, mit der sogenannten Butterflymechanik, bei der jede einzelne Taste nicht mehr nur über einen Druckpunkt in der Mitte verfügt, sondern über eine Art Scherenmechanismus die gesamte Taste immer nach unten bewegt wird. Diese Technik lässt sich zwar beschreiben und erklären, erfahren kann man sie aber nur, wenn man einmal selbst darauf getippt hat. Die Sensorik spielt also eine nicht unerhebliche Rolle.

Ich selbst tippe gerne auf der neuen Tastatur, das hilft dem Leser dieses Artikels aber nicht weiter, weil es eben nur meine persönliche Erfahrung widerspiegelt. Was mir aber als Viel- und Schnelltipper sofort aufgefallen ist, war der unverschämt kurze Hub der neuen Tastatur, was mich zu der Frage brachte:

Tippe ich auf der neuen MacBook Pro Tastatur schneller?

Dem wollte ich genauer nachgehen und so habe ich 4 typische Apple Tastaturen ausgesucht um zu sehen, auf welcher ich am schnellsten tippe. Zu den Kandidaten zählt natürlich das neue MacBook Pro, das Vorgängermodell (für meinen Vergleich ein MacBook Pro 2015), das Apple Wireless Keyboard (A1314) und dann noch die klassische Apple Tastatur mit USB (A1048). Kleine Bemerkung am Rande: Natürlich konnte die USB-Tastatur am neuen MacBook nur mit einem USB-Adapter betrieben werden.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Als Testwerkzeug für diesen Vergleich wurde eine kleine Web-Applikation gewählt, bei der man unterschiedliche Worte eintippen muss und dabei die Anzahl der Anschläge bzw. geschriebenen Worte festgehalten wird. Weil natürlich ein einmaliger Versuch das tatsächliche Ergebnis nicht richtig abgebildet hätte, habe ich die Versuche pro Tastatur 10-mal durchgeführt und daraus einen Durchschnitt ermittelt.

Das Ergebnis kann der Grafik unten entnommen werden, wobei der eindeutige Verlierer die klassische USB-Tastatur ist (was mich etwas überrascht hat), gefolgt vom MacBook Pro Retina. Auf der kabellosen Variante ist man dann schon schnell unterwegs, aber tatsächlich …

… am schnellsten tippt man auf der neuen Tastatur des MacBook Pro mit Touch Bar

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In der Praxis wird der Vorsprung wohl wenig Auswirkungen haben, aber der Test zeigt, dass trotz aller Kritik (die oftmals dem subjektiven Empfinden geschuldet ist) die Tastatur ein Potential hat und nicht unbedingt ein Rückschritt darstellt.

Mein persönlicher Eindruck zum neuen Keyboard fällt nicht nur wegen diesem Punkt sehr positiv aus. Ich tippe inzwischen sehr gerne auf der neuen „knackigen“ Tastatur. Meine größten Kritikpunkte, das Layout der Cursortasten und das laute Geräusch, spielt im Alltag dann doch nicht so eine große Rolle, wie ich es zuerst gedacht habe. Und was das Sounddesign angeht, wissen wir ja, dass Apple sowas eigentlich kann. Warten wir mal auf die nächste Evolutionsstufe.

P.S.: Bin gespannt auf eure Ergebnisse beim 10FastFingersTest. Mein persönlicher Rekord lag übrigens bei 432 Anschlägen.

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Eine (Arbeits-)Woche mit dem neuen MacBook Pro

Nach dem Ersteindruck von letzter Woche, einem reduzierten Endorphienspiegel und einem harten Arbeitsalltag, möchte ich ein paar Gedanken zum aktuellen MacBook Pro mit euch teilen.

Das Gerät selbst begeistert (und nicht nur mich) immer noch. Formfaktor, Qualitätsanmutung, Materialauswahl, Wertigkeit, das alles passt und überzeugte bisher jeden, der das MacBook Pro mit Touchbar in Spacegrey unter seine Finger nehmen konnte. Etwas schockiert bin ich über die Tatsache, dass nach nur einer Woche Kennenlernen ein Blick auf das „alte“ MacBook Pro wirkt, als würde mann auf ein Relikt der Vergangenheit schauen, obwohl wir alle wissen, das ein 2015er MacBook Pro immer noch mehr Charisma hat, als viele Windows-Laptops zusammen.

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Was weiterhin bleibt ist der superhelle und faszinierende Bildschirm, die (für meine Zwecke) immer ausreichende Performance und die gigantische Geschwindigkeit der SSD. Das Trackpad ist allen Zweifeln erhaben und die Größe fällt weder positiv noch negativ ins Gewicht. Überaus angenehm sind auch die ganz gut temperierten und bei Wunsch sehr kräftigen Lautsprecher. Apropos laut, die vorhandenen Lüfter sind inzwischen ein einziges Mal angesprungen. Trotzt diverser geöffneter Apps, einer parallelen virtuellen Maschine, Java-Applikationen und gestreamter Musik im Hintergrund. Also alles im grünen Bereich.

Das Detail, nachdem sich Betrachter immer zuerst erkundigt haben, war natürlich die Touch Bar und es mag enttäuschend klingen, wenn ich sage, dass dieses Element des neuen MacBook Pro für mich kein Kaufargument war und es auch in Zukunft keines sein wird. Apple hat bei der technischen Ausführung einen guten Job gemacht. Die Touch Bar funktioniert, lässt sich angenehm bedienen, aber in meinem persönlichen Arbeitsalltag spiel sie fast keine Rolle.

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Ohne wollte ich ehrlich gesagt aber auch nicht mehr sein. Schön sind die Konfigurationsmöglichkeiten des Control Strips. Es fühlt sich beim Sliden, Wischen und Tippen schon sehr nach Zukunft an, aber je nach Anwendertyp „verpuffen“ viele der gut gemeinten Ideen. Ich selbst würde mich als Power-User bezeichnen, der mit dem MacBook Pro seinen kompletten Arbeitsalltag, dem Entwicklen und Programmieren in einer typischen modernen Bürowelt bestreitet. Und gerade für mich, der schon in der Vergangenheit vieles direkt und blind über die Tastatur erledigt hat, bleibt die Benutzung der Touch Bar meist auf der Strecke.

Das heißt nicht, dass ich die Touch Bar als überflüssig erachte, aber für mich ist sie definitiv mehr ein Consumer-, denn ein Pro-Feature.

Manchmal arbeitet man ja auch mit externen Tastaturen, dann verzichtet man automatischerweise auf alle netten Spielereien der interaktiven Leiste. In solchen Momenten vermisst man dann aber weniger deren Funktionsumfang, sondern vielmehr ein kleines aber bedeutendes Detail, was man auf der rechten Seite findet – Touch ID. Der Fingerabdrucksensor, den wir bereits vom iPhone oder dem iPad kennen, der gleichzeitig auch ein Ein- und Ausschalter ist. Touch-ID ist schon ein kleines „Killer-Feature“; einmal damit gelebt, will man es nicht mehr missen. Hervorragend auch der schnelle Benutzerwechsel ohne umständlich Auswahl im Menu. Einfach Finger auflegen, kurz drücken und schon ist man im anderen Benutzeraccount. Wundervoll!

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Noch einfacher geht das Anmelden mit einer Apple Watch. Aktiviert man diese neue Funktion, entsperrt sich der Mac automatisch, wenn man sich in seiner Nähe befindet. Es wäre also schön, wenn wenigstens Touch-ID seinen Weg auch auf das Magic Keyboard finden würde.

Ein im Vorfeld sehr kontrovers diskutierter Punkt betrifft die neue Tastatur am MacBook Pro. Ein objektive Bewertung ist natürlich schwierig, schließlich hat jeder Mensch ein anderes Empfinden und natürlich auch andere Präferenzen. Ich selbst bin ein Schnell- und Vieltipper (mit bis zu 400 Anschlägen die Minute) und ich muss sagen, dass ich mich ausgesprochen schnell und gut an die neuen Tastatur gewöhnt habe. Kritikpunkte bleiben weiterhin die doch sehr laute Geräuschkulisse, übrigens auch lauter als das 12″ MacBook mit Butterfly Tastatur. Bei Oberlicht spiegelt die Tastenfläche etwas mehr als beim Vorgänger, was dann auch das Ablesen der Touch Bar etwas schwieriger macht. Schön dagegen ist die klare Abgrenzung der beleuchteten Tastatur auf die entsprechenden Zeichen. Vorbei das aus allen Ritzen und Kanten Leuchten, wie bei der alten Tastatur.

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Mit der Adaptersituation kann man ehrlich gesagt leben, schließlich gehörten diverse Adapter auch beim Vorgänger zum Büroalltag. Über einen passenden Multiport-Adapter lassen sich viele der fehlenden Anschlüsse gekonnt und platzsparend abfangen. Schön ist dabei, dass dann nur noch ein Kabel in den Mac gesteckt werden muss; es lebe die Dockingstation. Leider ist die passende Auswahl eines solchen Multiport-Adapters, trotzt über einem Jahr MacBook (one), noch immer nicht leicht und ein großes Manko bleibt im Moment die oftmals noch fehlende Unterstützung von hochauflösenden Monitoren mit 60 Hz.

Etwas störend empfinde ich die Verbindung der USB-C Stecker selbst, die doch sehr fest im Gehäuse sitzen und nur mit einem erheblichen Kraftaufwand entfernt werden können und keine Frage, der elegante Magsafe fehlt. Was dagegen nicht fehlt ist der Startsound und der leuchtende Apfel. Viel diskutierte Details, die im Arbeitsalltag aber dann doch keine Rolle spielen.

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Somit zeigt sich ein überaus positives Bild des neuen MacBook Pro mit Touch Bar, wenn man mal den doch erheblichen Preispunkt und die leider nicht aktuelle Prozessorarchitektur außer Acht lässt. Faktoren, die in der nächsten Evolutionsstufe wohl weniger eine Rolle spielen werden.

Ein doch sehr negativer Punkt bleibt aber, vorausgesetzt es handelt sich dabei nicht um ein Problem und Produktionsfehler der 1. Serie. Die Akkulaufzeit ist nicht nur schlechter, sondern für meine Verhältnisse fast inakzeptabel geworden. Mein Vorgänger, ein altes MacBook Pro hat noch heute mit einem ca. 2 Jahre alten Akku eine Laufzeit von 9-10 Stunden, die mich fast einen kompletten Arbeitsalltag ohne Strom  haben auskommen lassen. Das neue MacBook Pro hat es laut (kalibrierter) Anzeige noch nie über 5,5 Stunden geschafft, wobei die tatsächliche Benutzung sogar weit darunter lag.

Ein heftiger Wermutstropfen … schauen wir mal was der Apple Support dazu sagt.

10 Tage Apple Watch … ein erstes Fazit.

Geht das denn? Nach nur 10 Tagen über Sinn und Unsinn der Apple Watch zu urteilen? Kann man nach so kurzer Zeit überhaupt eine zuverlässige Aussage treffen? Ich bin mir ehrlich gesagt auch nicht ganz sicher, nicht etwa wegen des Produktes an sich, sondern eher wegen meiner noch euphorischen Stimmung. Ich finde es ja auch ein wenig abstrus, aber ehrlich gesagt, kann ich meinen aktuellen Zustand nicht anders beschreiben. Wie ich finde ein gutes Zeichen, denn zeigt es doch, das die Uhr kein Totalversagen von Apple darstellt, was doch so mancher prognostiziert hatte. Gäbe es keine Substanz, wäre sie sicherlich nach 10 Tagen in der Schublade verschwunden und würde nicht weiterhin an meinem Handgelenk sein.

Wird es mir überhaupt möglich sein wieder eine Uhr an meinem Handgelenk zu akzeptieren?

Tja, mein Handgelenk, um das ich mich am Anfang auch sehr gesorgt hatte. Habe ich doch in den letzen Jahren völlig Armbanduhrenabstinent gelebt und das, obwohl ich auf eine fast 30-jährige Geschichte als Uhrenträger und Sammler zurückblicken kann. Bis dann in den 2000ern das Mobiltelefon endgültig meine Armbanduhren begraben hatte. Wird es mir überhaupt möglich sein wieder eine Uhr an meinem Handgelenk zu akzeptieren? Jetzt kann ich nur resümieren, ohne die Apple Watch würde mir was fehlen und das nach nur 10 Tagen! Für mich selbst schon ein bisschen verrückt.

Vor allem das Ökosystem lässt noch sehr zu wünschen übrig

Sie ist sicherlich nicht perfekt und vor allem das Ökosystem lässt noch sehr zu wünschen übrig, aber genau das macht auch Hoffnung. Ist es doch nur eine Frage der Zeit, bis der Dampfer der Drittanbieter Apps, Home Kit Integration und weiteren Anbindungen, über die wir jetzt noch keine Vorstellungen haben, sich in Bewegung setzt.

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Der überraschendste Moment

Der für mich überraschenste Moment mit der Uhr, mit dem ich als Gelegenheitssportler überhaupt nicht gerechnet hätte, war die Fitnesskomponente. Ein ganz besonderes Erlebnis, das erste mal mit der Uhr (autark, ohne iPhone) zu laufen. In der Zwischenzeit ist die Apple Watch sogar zu einem für mich nicht mehr wegzudenkenden Motivator für meine bis dahin eher spärlichen sportlichen Aktivitäten geworden.

Die Tatsache, dass man mit der Uhr und zwar nur mit der Uhr laufen kann und die getrackten Ergebnisse von Strecke und Herzfrequenz einem GPS-Tracker und einem Pulsmessgerät (fast) nichts nachstehen, hätte ich so nicht erwartet.  Diese Ergebnisse wurden übrigens vom Consumer Report in den USA ebenfalls bestätigt. Nicht auszudenken, wenn zusätzliche Sensoren und Komponenten wie GPS bei den kommenden Versionen ihren Weg in die Uhr finden werden. Wenn die Uhr schon jetzt mit dem Wenigen was sie bietet überzeugen kann, wie wird es dann erst in Zukunft sein? Kleine Bemerkung am Rande; während ich diesen Artikel schreibe erinnert mich die Apple Watch mit einer Wochenübersicht an meine geleisteten Aktivitäten. Ich habe doch tatsächlich einen kompletten Marathon, also 45 km per Pedes zurückgelegt.

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Was mich am meisten stört

Tatsächlich muss ich über diesen Punkt etwas genauer nachdenken, nicht etwa, weil es da so viele Punkte gebe, es ist eher so, dass mir etwas wirklich gravierendes nicht spontan einfällt.  Klar hat die UI (User Interface) noch Optimierungspotential. Selbstverständlich müssen, vor allem Drittanbieter Apps, noch geschliffen werden. Die Uhr könnte in manchen Situationen auch performanter sein. Gerade die Ladezeiten von Apps sind teilweise grenzwertig. Der Preis, den so viele als ein großes Manko empfinden, ist in meinen Augen für das Gebotene ehrlich gesagt total angemessen und damit meine ich natürlich nur die günstigste Variante, aber genau um diese geht es ja schließlich. Denn, abgesehen von Äußerlichkeiten und Haltbarkeit (Saphirglas) gibt es ja keine technischen Unterschiede zu den teureren Versionen. Akku, das Thema welches vor dem Launch hochgekocht wurde, ist für mich persönlich auch kein Problem. Mit dem Laden über Nacht kann ich problemlos leben und während meines Alltags, der wirklich aus sehr vielen unterschiedlichen Tagessituationen besteht, ist der Uhr noch nie die Puste ausgegangen.

Gerade die Ladezeiten von Apps sind teilweise grenzwertig.

Was stört mich also am Meisten? Wenn überhaupt etwas, dann die Tatsache, dass ich mein iPhone noch immer dabeihaben muss. Ich habe mich schon zweimal dabei ertappt nur mit der Uhr das Haus verlassen zu haben, in der festen Annahme, tatsächlich nicht mehr als nur die Uhr zu brauchen. Und so gesehen ist das dann wohl eher noch ein gutes Zeichen, denn es zeigt, dass man in naher Zukunft sicherlich auch mal auf sein iPhone verzichten kann, wenn in späteren Revisionen die Apple Watch um die ein oder anderen Komponente bereichert wird.

Das Beste an der Uhr

Da musste ich nicht lange überlegen. Es ist eigentlich eine ganz unscheinbare und vor allem sehr unauffällige Komponente. Die Taptic Engine, das ist das Bauteil, welches den Träger der Uhr bei Benachrichtigungen leicht „anstupst“. So diskret, dass einem sofort klar wird, wie viel Arbeit es gemacht haben muss diese Taptic Engine so zu kalibrieren, dass man sich auf einen „Stups“ freut und nicht wie bei einem Mobiltelefon, selbst vom stummen „Vibrieren“ genervt ist.

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Mein Fazit nach nur 10 Tagen

Mein Fazit nach nur 10 Tagen … im Moment wäre für mich ein Leben ohne Apple Watch schon nicht mehr denkbar. Ob es sich dabei nur um die noch anfängliche Euphorie handelt, oder sich daraus vielleicht eine langjährige Beziehung entwickelt, werden wir beim nächsten Bericht in etwa 30 Tagen erfahren.

Alles neu, macht der Mai (April)

„Ein neues Leben beginnt, Zeit des Wartens und funktionieren Spiele auf der Watch?“

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Tja, ich hatte mal wieder dieses unverschämte Glück am richtigen Ort, zur richtigen Zeit, die richtige Applikation zu öffnen. Genauer gesagt war es der 10. April 2015, exakt um 9 Uhr, als in Cupertino der Bestellvorgang für die Apple Watch gestartet wurde. Mein Glück war es nicht über den Webbrowser den Apple Store zu besuchen (da ging nix), sondern über die eigene iOS App auf einem iPad. Somit war mir eine Bestellbestätigung um 9:03 Uhr gegönnt und ein voraussichtliches Lieferdatum am prognostiziertem 24. April 2015.

… was hat die denn überhaupt für einen Mehrwert?

Die Tage vergingen und schon lange hatte ich mich nicht mehr so auf ein neues Apple Produkt gefreut, wie auf diese Uhr. Die Uhr, die doch  „eigentlich keinen Sinn macht“, die „eigentlich doch keiner braucht“, die „was hat die denn überhaupt für einen Mehrwert?“. Meine Vorfreude wurde dadurch aber nicht geschmälert, hat mich doch der Kauf des ersten iPhones (Classic) 2007 eines Besseren belehrt. Die Zeit mit dem ersten iPhone möchte ich nicht missen und schon gar nicht die gesammelten Erfahrungen und Erlebnisse, die man so später hätte niemals erleben können. Die „überteuerten“ 500 Bucks, die man damals dafür zahlen musste, sind ja geradezu lächerlich, wenn man bedenkt, dass High-End Smartphones heute jenseits der 700 Euro kosten.

Die Zeit mit dem ersten iPhone möchte ich nicht missen 

Aber zurück zur Watch … um ehrlich zu sein gingen mir dann doch auch viele Fragen durch den Kopf. Wird es Apple richtig gemacht haben? Wird es meine erste richtige Enttäuschung nach so vielen Jahren mit Apple? Kann das überhaupt gut gehen, als erstes völlig neu entwickelte Produkt nach Steve Jobs?  Klar war mir auch, dass sich so eine Geschichte wie beim iPod oder dem iPhone nicht mehr wiederholen wird. Apple hat also seine goldenen Pfeile bereits verschossen; oder vielleicht doch nicht?

Wird es meine erste richtige Enttäuschung nach so vielen Jahren mit Apple? 

Eine kleine Wohltat in der Zeit des Wartens war ein Wired Interview mit Kevin Lynch, der klar gemacht hat, dass die Apple Watch nicht als eigenständiges Gerät, wie ein iPhone oder iPad zu betrachten ist, sondern dass bei der Entwicklung klar wurde, dass es sich (im Moment) nur um ein Ergänzendes Produkt handelt. Und nach ein paar Tagen mit der Apple Watch muss ich sagen, dass trifft es ganz genau. Es macht nämlich keinen Sinn und schon gar keinen Spaß länger mit der Watch zu interagieren, denn wie schon Lynch in dem Interview bemerkt ist die Armhaltung bei der  Bedienung der Uhr ziemlich ermüdend.

Gerade bei Spielen mache ich mir große Sorgen

Eine große Hoffnung, die so viele hatten, dass mit der Apple Watch ein regelrechter neuer App-Boom stattfindet wage ich deshalb zu bezweifeln. Es steht außer Frage, dass jeder Hersteller und Entwickler jetzt eine Watch App in den Store werfen wird, taugen werden wohl die wenigsten was. Gerade bei Spielen mache ich mir große Sorgen, jedes auf die Watch portierte Spiel macht eigentlich keinen Sinn, da man es nicht länger als ein paar Sekunden, vielleicht Minuten, spielen kann. Das weckt aber auch große Hoffnung, da klar wird, dass jetzt wieder neue Spielideen und neue Spielmechanismen gefragt sind, die nur mit der Uhr funktionieren werden.

Ganz im Sinne des wohl bekanntesten deutschen Spielepodcasts Insert Moin schließe ich deshalb diesen Beitrag mit einem  „Ich freu mich drauf“.