Verliert Apple den Fokus?

Als langjähriger Beobachter von Apple, fällt es nicht schwer zu erkennen, wie wichtig die Person Steve Jobs für das Unternehmen war. Exemplarisch dafür steht die Zeit von 1985-1996, als Steve Jobs nicht mehr Teil der Firma war und sich bei NeXT und Pixar austobte.

Dem damaligen Apple ging es von Jahr zu Jahr schlechter, bis es fast in der Bedeutungslosigkeit verschwand und erst 1996 wieder von Steve Jobs aus seinem Dornröschenschlaf erweckt wurde.

Es ist jetzt wohl zu einfach Gedacht eine Parallele zur heutigen Zeit zu ziehen und nach dem Ausscheiden von Steve Jobs den erneuten Untergang von Apple zu prognostizieren. Die Ausgangssituation der Firma im Industrieumfeld ist eine andere, außerdem hat man mit Tim Cook und seinem Team keinen so einschneidenden Wechsel, wie es noch 1986 war, als Steve die fähigsten Leute von Apple zu NeXT mitnahm.

Es bleiben aber deutliche Zweifel, ob Apple auf der Erfolgsspur bleiben kann. Analysten sehen den Anfang vom Ende in den gerade veröffentlichten vermeintlich schlechteren Verkaufszahlen des iPhones. Brancheninsider wissen aber, dass die Welt der Aktien und des Geldes anderen Gesetzten unterliegt, als die der Technik und Produktentwicklung. Und trotzdem mehren sich die Stimmen, dass Apple an vielen Stellen nicht mehr seinen eigenen Ansprüchen gerecht wird.

Instabile Betriebssysteme, offensichtlich unausgereifte Produkte, wie das wohl zu früh erschienene Apple TV der 4. Generation. Die zwar den Markt der Smartwatches anführende, aber dennoch manchmal etwas uninspiriert wirkende Apple Watch. Die Cloud-Produkte, die noch nie ein Ruhmesblatt der Firma waren und mit Apple Music einen legitimen mittelmäßigen Nachfolger gefunden haben. Das iPad Pro, nicht Fisch nicht Fleisch und die unzähligen Gerüchte um das Apple Car verheißen leider nichts Gutes.

Dabei scheint die Lösung doch so einfach, wurde sie schon vor Jahren vom ehemaligen Chef persönlich propagiert: „Stay focused!“.

„Bleibt fokussiert“, konzentriert euch auf das Wesentliche. Versucht euch nicht an allem, sonder an wenigen Dingen und macht diese dafür richtig. Beim Versuch überall mitzuspielen besteht die Gefahr zu scheitern und vor allem sich zu „verzetteln“. Aber genau in diese Sackgasse scheint Apple gerade zu laufen.

Schuld dabei sind nicht etwa die unfähigen Leute oder gar mangelnde Ideen im Unternehmen. Gute Leute und Ideen hat Apple sicherlich noch zuhauf. Schuld ist wohl das Management, dass nicht konsequent genug die Richtung und vor allem den Fokus vorgibt.

Exemplarisch dafür empfehle ich folgendes Video von Steve Jobs bei der WWDC von 1997. Ein sehr offener und ehrlicher Steve Jobs erklärt dort (ab Minute 4:26) einer Schar von (verunsicherten) Entwicklern, was in der Vergangenheit schief gelaufen ist und welche Lösung es dafür gibt.

Vielleicht sollte Tim Cook mal einen Blick darauf werfen.

(Video startet ab Minute 4:26)

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