Watch-App Test: On Air

Wer wie ich der älteren Generation angehört, der benutzt heute auch noch regelmäßig „die alten Medien“. Dazu zählt ja in Zeiten von Youtube & Co. bekanntlicherweise auch schon das Fernsehen, welches ich noch heute gelegentlich konsumiere. Zu meiner Verteidigung schicke ich gleich vorweg, dass mein Sehverhalten sich in erster Linie auf die öffentlich rechtlichen Sender beschränkt.

Um mir dazu einen Überblick zu verschaffen, benutzte ich schon immer die iPhone App ON AIR [Affiliate Link]. Ein kostenloser Helfer, der nicht an eine Fernsehzeitschrift oder einen Verlag gebunden ist. Für mich die beste und unaufdringlichste Übersicht und dank der neuen Apple Watch App sowieso außer Konkurrenz.

On Air App

Die Apple Watch App beschränkt sich dabei auf das Wesentliche und so kann man sich dort das Programm (der zuvor am iPhone konfigurierten Sender) anzeigen lassen. Entweder zur Hauptfernsehzeit um 20:15 Uhr oder was gerade aktuell läuft. Mittels Force-Touch auf der Apple Watch kann man diese Auswahl ändern.

On Air - Force Touch On Air - Overview

Mit einem Fingertip auf die entsprechende Sendung wechselt man, nicht wie zu erwarten ist, in deren Beschreibung, sondern zuerst in die Tagesübersicht des Senders. Vielleicht nicht die Beste Design-Entscheidung, aber die Intension der Entwickler scheint klar zu sein, will man sich wohl damit einen weiteren Menüpunkt sparen. Danach kann die Sendung ausgewählt werden und man wechselt in die Detailansicht.

On Air - Broadcast  On Air - Detail

Wer möchte kann jetzt noch einen Reiminder zur Sendung setzen und sich dann über die Apple Watch erinnern lassen.

On Air - Reminder

Für meinen Alltag eine ganz praktikable App, die ihre Stärke auch bei den Ladezeiten ausspielt, ist sie doch für eine Apple Watch App erstaunlicherweiße schnell.

Veränderte Aktivitätswerte durch watchOS 2?

Ich oute mich mal im Dienste der Wissenschaft. Mit meinen 178 cm wiege ich 85 kg. Damit habe ich zwar keinen optimalen BMI, aber ich fühle mich damit sehr wohl.

Warum erwähne ich das? Die Apple Watch berechnet den Kalorienverbrauch anhand verschiedener Faktoren. Dazu zählt natürlich auch das Verhältnis der Körpergröße zum Gewicht in Kombination mit dem Herzschlag und dem Bewegungssensor.

In der Vergangenheit war es so, dass mein grüner Aktivitätskreis, der ja für „Trainieren“ steht an einem normalen Arbeitstag im Büro etwa so aussah.


Auch wenn ich im Büro viel gelaufen und Treppen gestiegen bin und es stressig war, hat sich der grüne Trainingskreis fast nie gefüllt (1-3 Punkte). Nur wenn ich auch tatsächlich körperlich trainiert habe (Joggen, Radfahren, Workout), konnte ich diesen Kreis füllen. Bei Freunden war das gefühlt anders, deren Trainingskreis war eigentlich immer voller als meiner.

Jetzt nach dem Update auf watchOS 2 habe ich Werte in der Aktivitätsapp, die mir klar machen, dass etwas grundsätzlich anders berechnet wird als zuvor. Bei einem normalen halben! Arbeitstag, also ohne echtes körperliches Training, ist mein grüner Kreis bereits zur Hälfte gefüllt.

Hier noch ein Vergleichswert mit der alten watchOS Version. Der Unterschied wird dadurch  deutlich.

Was die Ursache dafür ist, konnte ich noch nicht ergründen? Klar ist aber, dass es was mit dem Upgrade zu tun haben muss. Unklar ist noch, ob meine Apple Watch vorher falsch berechnet hat und jetzt richtig, oder umgekehrt.

Konntet auch ihr solche Veränderungen feststellen? Dann schreibt es bitte in die Kommentare.

Was kann das neue Apple TV?

Erst vor kurzem habe ich meine Gedanken zum Apple Event im September zusammengefasst. Dabei kam natürlich auch das Apple TV zur Sprache, welches für mich noch viele Fragen offen lässt. Ein abschließendes Urteil hatte ich mir für den Oktober vorenthalten, wenn man das Gerät schließlich kaufen und testen kann.

Dom Esposito hatte bereits die Möglichkeit und fasst in dem folgenden Vorab-Video-Review die Hardware und Funktionen des neuen Apple TV gekonnt zusammen.

(Späte) Gedanken zum Apple Special Event

Ganze zwei Wochen sind nun vergangen und der Apple Special Event vom 9. September ist gefühlt schon eine Ewigkeit her. Macht es da überhaupt noch Sinn darüber zu sprechen? Ich denke ja und versuche hier mit dem nötigen Abstand und ohne jegliche Hilfen, das niederzuschreiben, was in meinem Kopf hängengeblieben ist. Vielleicht auch mal kein schlechter Ansatz.

Junge, wenn du mal nicht weiter weißt, dann höre immer auf dein Bauchgefühl.

Der gut gemeinte Rat meiner Eltern findet mal wieder Anwendung bei der Frage: „War das ein guter Event?“. Da muss ich nicht lange überlegen. Ja, dieser Apple-Event war einfach gut, in jeglicher Hinsicht. Einen Vergleich zum letzten WWDC-Event mit der Vorstellung von Apple Music möchte ich nicht ziehen. Da gewinnt wohl alles dagegen, sogar die Vorstellung einer neuen Formelsammlung für Finanzmarktanalysen.

Tim Cook Opening Event 2015Betrachten wir also den September Event. Was ist mir noch positiv in Erinnerung geblieben? Mir fällt sofort der Beginn der Veranstaltung ein. Ein gut gelaunter Tim Cook betritt die Bühne und schindet mal keine Zeit mit langweiligen Zahlen, sondern kommt gleich zur Sache. Sehr sympathisch und wohl auch dem straffen Programm des Events geschuldet. Keine Kleinigkeit, ist doch Apple ein börsennotiertes Unternehmen, das trotz gigantischer Gewinne auch immer auf die wohlwollenden Reaktionen der Analysten angewiesen ist.

Noch besser war aber der Hinweis von Tim Cook, dass man jetzt eine deutlich größeren Präsentationsort gewählt hat, um nicht etwa noch mehr Journalisten zu beherbergen, sondern die Mehrzahl der Besucher Apple Mitarbeiter sind. Ein weiterer Hinweis über die neue Firmenkultur bei Apple, die inzwischen deutlich die Handschrift von Tim Cook trägt.

Apple Watch Hermes

Wie ging es dann weiter? Ja, die Apple Watch war mal wieder Thema. Nicht viel neues, was sich aber bei mir sofort eingebrannt hat, war das wundervolle Hermès Armband. Sind das etwa neue Pfade, die da Apple bestreitet? Nicht ganz, solche Kooperationen gab es auch schon früher, man denke da nur an den Hewlett-Packard-iPod (haha). Hier wird nun wieder der große Einfluss von Jony Ive deutlich. Die Hermès Kooperation trägt eindeutig seine Handschrift. Beim ersten Betrachten der Preisliste musste ich dann aber schlucken, sollten die Armbändern tatsächlich über 1.000 Euro kosten? Nach dem zweiten Blick normalisierte sich mein Puls, die Apple Watch ist bei diesem Preis dabei. Auch wenn viele sagen, das sei zu teuer, bleibt es doch die günstigste Uhr, die Hermès in seinem aktuellen Programm hat!

Exakt vier große Punkte hatte der Apple Event zu bieten, das weiß ich noch. Wie ging es nach der Apple Watch weiter? Genau, mit dem iPad. Hallo? Mit dem iPad? Was hat ein iPad auf einem September Event zu suchen, der eigentlich für die Präsentation des iPhones geschaffen wurde? Wir sind alle eines besseren belehrt worden. Apple hat doch tatsächlich ein neues Produkt aus dem Hut gezaubert. Wenn jetzt einige meinen, das iPad Pro ist nur ein „großes“ iPad, dann denkt man zu kurzfristig. Wir haben es hier mit einer neuen Produktkategorie von Apple zu tun und jetzt schließt sich auch wieder der Kreis aller zuvor gemeldeten Gerüchte und den Kooperationen zwischen Apple mit Cisco und IBM. Etwas, dass ich vor ein paar Jahren nicht für möglich gehalten hätte scheint einzutreffen. Apple interessiert sich wieder für den Business-Markt und versucht diesen wohl mit den Kooperationen und ganz fest mit dem iPad Pro zu erobern. Ich bin mir noch nicht sicher, was ich davon halten soll. Die Möglichkeit, dass es vielleicht klappt ist zum augenblicklichen Zeitpunkt nicht mehr soweit entfernt, wie es noch vor Jahren war.

iPad Pro Faster

Zurück aber zum Produkt, dem iPad Pro, das mir, wenn man mich mal wieder nach meinem „Bauchgefühl“ fragt, eigentlich gut gefällt. Nicht unbedingt etwas was ich sofort benutzen würde, aber mein Gefühl sagt trotzdem wieder „Ja“. Die Preispolitik und Ausstattungsstufen lassen mich aber etwas ratlos zurück. Warum hat nur das größte iPad Pro mit 128 GB die Möglichkeit einer Mobilfunkanbindung? Würde es nicht sogar bei den kleiner Modellen, wo die Daten dann in der Cloud liegen, nicht noch mehr Sinn machen? Und beschneidet man dann dem Produkt nicht eines seiner schon immer besten Features gegenüber einem MacBook; dem „echten“ Online-Faktor. Bis heute gibt es keine Online-MacBooks. Weiterhin besteht dort nur die Möglichkeit über das umständliche Tethering mit dem iPhone. Für mich schon immer eines der Hauptpluspunkte bei der Benutzung eine iPads.

Erwähnen sollte man auch den Werbespot für das iPad Prod, der wie ich finde sehr gut gelungen ist. Fantastische Bilder des unendlichen Universums, welche natürlich eine direkte Anspielung auf die Größe des Gerätes sind.

Ins Auge sticht natürlich auch der Apple Pencil, der irgendwie ein komisch Gefühl bei mir hinterlässt, hat man doch noch immer die Aussage von Steve im Kopf „wer braucht schon einen Stift“. Klar, dieser Satz ist aus einem andern Kontext heraus entstanden und der Apple Pencil hat seine Daseinsberechtigung. Er ist als eine Ergänzung zum iPad zu verstehen und wird ja auch so angeboten, liegt er dem iPad ja nicht bei, sondern kann für Apple Verhältnisse günstige 100 Euro dazugekauft werden.Apple-Pencil

Ein weiteres Indiz für eine eher Business-orientierte Ausrichtung. Mehr Infos zum Apple Pencil findet ihr übrigens in dem interessanten Artikel der Designerin Linda Dong. Wenn dem so ist, dann schein der Apple Pencil sogar ein großer Wurf zu sein.

Apple Smart Keyboard

Ob man das auch von dem Keyboard behaupten kann, bleibt fraglich, sieht es doch wie eine Blaupause des Microsoft Surface Keyboards aus. Das es das aber im Grunde nicht ist, macht der ursprüngliche Patentantrag von Apple deutlich, der übrigens noch vor dem Surface Keyboard eingereicht wurde. In der Presse- und Medienlandschaft, wird diese Produktvorstellung aber weiterhin als „Cupertino,  start your photocopiers“ wahrgenommen werden und der Preis von wohl über 170 Euro wird dann wohl auch eher für zurückhaltende Schlagzeilen sorgen.

Deutlich wird aber mit dem iPad Pro, dem Pencil und der Tastatur, welche Zukunftsvisionen Apple hat. Eine Ablösung des klassischen Computers steht im Moment ganz oben auf der Agenda von Apple.

Der nächste Programmpunkt, der ja auch schon über die Gerüchteküche zu hören war, betraf dann das Apple TV. Ein Produkt, zu dem ich eigentlich nicht viel sagen kann, denn ich besitze bis heute keines. Grund ist der fehlende TV mit HDMI-Eingang. Das ich mich jetzt von meiner geliebten alten Röhre verabschiede und mir tatsächlich einen neuen Flatscreen kaufe, sagt wohl schon viel. Der Reiz besteht für mich dabei am ehesten an der Tatsache, dass jetzt Apps und Spiele am Apple TV genutzt werden können und an der neuen Fernbedienung.

New-Apple-TV
Ein abschließendes Urteil möchte ich mir aber darüber erst bilden, wenn ich es auch mal benutzt habe. Mein Bauchgefühl dazu würde ich eher als „verhalten“ beschreiben. Das Apple TV ist für mich nicht Fisch und nicht Fleisch und hinterlässt ein bisschen das Gefühl, es hier mit einem Produkt zu tun zu haben, dass nicht in letzter Konsequenz durchdacht wurde und gerne alle Türen offen lässt. Etwas, was man von Apple so eigentlich eher nicht kennt.

Vielleicht weiterhin doch nur ein Hobby?

Das iPhone selbst, war dann natürlich keine Überraschung mehr, es bleibt aber das weiterhin wichtigste Produkt für Apple. Nicht umsonst wurde die Präsentation ans Ende der Veranstaltung gelegt. Neben den üblichen Speedbumps und den tollen Farben (ich würde mich tatsächlich für rosa entscheiden) gab es eine für mich herausragende Neuerung, die Taptic Engine.

taptic-engine-iphone-6s

Wer hier diesen Blog liest weiß, dass ich ein großer Fan der Taptic Engine bin, sei es bei der Apple Watch oder dem MacBook. Apple hat hier total überzeugt. Wenn die Integration auf dem iPhone und im iOS genauso gut gelungen ist, dann ist das nicht nur ein neues Feature bei den Phones, sondern ein komplett neuer Weg der Benutzerführung den Apple damit bestreitet. Außerdem hebt man sich dadurch abermals von der Konkurrenz ab, was auf Dauer immer schwieriger werden dürfte.


Ein weiteres Highlight war für mich noch das neue Live Photos. Ein wohl im Moment noch von den meisten unterschätzte Funktion des iPhone. Könnte mir vorstellen, dass es wirklich die Fotografie, so wie wir sie all die Jahre über verstanden haben, revolutionieren kann. Es bleibt spannend, warten wir’s ab.

Gesungen hat dann noch One Republic, was eigentlich keine Erwähnung wert ist, wäre da nicht das „Fuck“ von Sänger Ryan Tedder beim Selfie Versuch mit Tim Cook gewesen.

Lieber spät, als nie … watchOS 2 ist da!

Gestern Abend erschien nun, nach kurzer Verzögerung, endlich watchOS 2.

Wer den Sprung ins kalte Wasser wagen möchte, der sollte beachten, dass bei einem Upgrade die Uhr am Ladekabel angeschlossen ist und mindesten 50 % Batterieladung besitzt, das iPhone in der Nähe liegt und sich die Uhr im Wifi befindet. Ängstliche Zeitgenossen warten vielleicht noch ein paar Tage ab.

Eine schöne Zusammenfassung der Neuerungen liefert das Video von Dom Esposito.

Wer es genauer wissen möchte, dem empfehle ich den gigantischen Artikel von Alex Guyot.

Quick Tip: Batterieladung der Apple Watch

Mit dem Release von iOS 9 gibt es jetzt eine neu praktische Schnellansicht über die Batterieladung eurer Apple Watch.

Wenn man die Mitteilungszentrale am iPhone aufruft (von oben, über den Bildschirmrand des iPhones, nach unten streichen), wird man nun auch über den aktuellen Batteriestatus der Uhr informiert.

Batteriestatus - Mitteilungszentrale

Das Apple Watch Akkordeon

Das im folgenden Video gezeigte Apple Watch Akkordeon ist nicht mehr als eine kleine Spielerei. Wie der Entwickler Michael Eskin bereits betont, nur ein „Proof-of-concept“ unter watchOS 2.

Deutliche Schwächen zeigt das Uhren-Akkordeon dann auch beim Sound (wobei im Video offen bleibt, ob dieser von der Apple Watch oder dem iPhone erzeugt wird). Hinzu kommt die Eingabe über einen winzigen Touchpen, der deutlich macht, dass die App wohl in dieser Form keine Zukunft haben wird.

Die Konzeptstudie verweist dann aber doch auf ein gewisses Potential der Apple Watch zum futuristischen Musikinstrument. Man denke mal einfach an die Bewegungssensoren der Uhr. Eine moderne Interpretation des Theremins sollte doch möglich sein. Es bleibt spannend.

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, dem empfehle ich die überaus brauchbare iPad App Hohner Piano SqueezeBox Accordion, aber seht selbst …