Der Apple Watch Macintosh

Es gibt nicht viele Gadget die ich vom Fleck weg frenetisch feiere und blind kaufen würde. Das folgende Produkt gehört aber eindeutig in diese Kategorie.

Vor einem Monat kursierte im Netz die Meldung, dass die kalifornische Firma elago einen neuen Apple Watch Stand präsentiert und zwar in der Form des klassischen Macintosh aus dem Jahre 1984.

Keine Sekunde gezögert und in den USA bestellt. Inzwischen ist das Produkt eingetroffen und ich bin mehr als begeistert. Tolle Materialauswahl und eine gute Verarbeitung, was will man mehr.

Der einzige Haken an der Sache. Man kann nur in den USA bestellen, so dass man die typischen Nachteile eines Überseekaufs mit einplanen muss; die höheren Versandkosten, die längere Versandzeit und natürlich den Aufwand das Produkt beim Zoll abzuholen und dort auch noch die dafür anfallende Steuer zu bezahlen.

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Wem das alles zu viel ist, der kann hier einen original Apple Watch Macintosh Stand gewinnen.

Dazu müsst ihr nur auf Twitter dem mdweblog folgen und den Gewinnspiel Tweet retweeten.

Einsendeschluss ist der 17. Februar. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

 

 

Fan(boy)tastische Kopfhörer

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Oder, 10 Punkte, die mich an den AirPods stören.

Aufklappen, rausnehmen, einstecken und los gehts. Mehr muss nicht getan werden um die neusten Kopfhörer aus Cupertino zu genießen.

Der Tenor in der Presse ist durchweg positiv. Selbst bei einigen nicht zu übersehenden Kritikpunkten bleibt am Ende übrig, dass man hier die Zukunft auf bzw. in den Ohren hat.

Der Weg den Apple beschreitet scheint also der richtige zu sein; am Ziel ist man jedoch noch lange nicht angelangt.

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Dieser Artikel befasst sich deshalb ausschließlich mit den negativen Seiten der AirPods. Kleine und große Macken, die mir im alltäglichen Gebrauch aufgefallen sind und manchmal mehr als nerven … los gehts!

  1. Das Case und die Kopfhörer sind schon sehr „flutschig“ und gleiten einem nicht selten aus der Hand.
  2. Es ist nicht gerade angenehm, wenn sie ihm Ohr sind und man zur Steuerung auf die Kopfhörer tippt.
  3. Ein Verbindungswechsel von Gerät zu Gerät funktioniert nicht automatisch (wie viele vielleicht denken). Über den iCloud-Sync ist sicherlich einiges einfacher, aber dennoch muss noch immer „händisch“ umgeschaltet werden.
  4. Nimmt man die Kopfhörer aus dem Ohr stoppt die Musik. Hält man den Ohrstöpsel dann in der Hand und verdeckt dabei die Sensoren, geht die Musik im anderen Ohr wieder los.
  5. Die AirPods synchronisieren nicht mit dem Apple TV. Ehrlich Apple?
  6. Die Steuerung ist nicht an den Kopfhörern selbst möglich. Man muss also immer das iPhone, die Apple Watch oder den Mac bemühen.
  7. Siri is a mess. Gut gemeint Apple, aber in der Praxis unbrauchbar. Siri ist langsam,  fehlerhaft („Musik Lauter“ … „Auf welcher Nummer möchtest du Frank Lauter anrufen?“) und grundsätzlich auf ein Gerät mit einem Display ausgerichtet. So leider nicht :/
  8. Was macht man, wenn man wie ich beruflich mit einem Mac an einer Windows Tastatur arbeitet, die keine Lautstärketasten hat. Tja, dann muss man tatsächlich die Toneinstellungen auf die Menübar legen. Doof
  9. Der Doppeltap ist nicht immer zuverlässig (zumindest bei mir, gerade wenn ich kurz davor das Ausgabegerät gewechselt habe).
  10. Läuft man mit der Apple Watch und der Fitness App, dann schaltet die Uhr leider immer automatisch auf die Fitness App zurück, auch wenn die letzte angezeigte App die Musik App war. Damit kann erst nach einem umständlichen Umschalten (Doppeltap auf die Krone) in die Musik App zurück gewechselt und die Lautstärke justiert werden. Nervt

Denke man kann, je nach Anwendungsfall, die Liste sicherlich erweitern. Wenn auch ihr die ein oder andere „Ecke oder Kante“ bei den AirPods entdeckt, würde ich mich über Kommentare freuen.

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Bei einer Jacke wie dieser können die AirPods schon mal hängen bleiben und aus den Ohren fallen.

Für mich bleiben die AirPods aber trotzdem ein tolles Produkt, welches ich täglich gerne benutzte. Ob ich sie jetzt empfehlen würde ist da schon schwieriger zu beantworten, da nicht jeder mit diesen doch vorhanden Einschränkungen leben kann.

Vielleicht sollte der ein oder andere auf die nächste Revision warten, die dann hoffentlich eine vernünftige Steuerung ermöglicht.

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Oder, wie gut ist die neue MacBook Pro Tastatur?

Viel wurde schon über das neue Keyboard am MacBook Pro mit Touch Bar berichtet. Viele werden nicht ganz warm mit der neuen Tastatur aus dem Hause Apple. Dem einen ist der Hub zu gering, dem anderen die Tastaturbelegung zu wider, andere stören sich an der nicht ganz geringen Geräuschentwicklung. Mancher schließt gar einen Kauf der neuen MacBook Pro Modelle komplett aus, weil sie eben über diese neue Tastatur verfügen.

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Technik Gadgets leben von ihrer Vergleichbarkeit. Noch so jedes kleine Detail der Hardware lässt sich mit diversen Messungen bestimmen, bewerten und vergleichen. Und doch gibt es Dinge, die man einfach nicht in konkrete Messwerte fassen kann. Dazu zählt auch die Tastatur, bei der ein nicht unerheblicher Anteil dem reinen subjektiven Empfinden geschuldet ist. Schließlich berührt man die Tastatur ja mit seinen Fingern, einem der wohl empfindlichsten Sinnesorgane des menschlichen Körpers.

Die Technik, mit der sogenannten Butterflymechanik, bei der jede einzelne Taste nicht mehr nur über einen Druckpunkt in der Mitte verfügt, sondern über eine Art Scherenmechanismus die gesamte Taste immer nach unten bewegt wird. Diese Technik lässt sich zwar beschreiben und erklären, erfahren kann man sie aber nur, wenn man einmal selbst darauf getippt hat. Die Sensorik spielt also eine nicht unerhebliche Rolle.

Ich selbst tippe gerne auf der neuen Tastatur, das hilft dem Leser dieses Artikels aber nicht weiter, weil es eben nur meine persönliche Erfahrung widerspiegelt. Was mir aber als Viel- und Schnelltipper sofort aufgefallen ist, war der unverschämt kurze Hub der neuen Tastatur, was mich zu der Frage brachte:

Tippe ich auf der neuen MacBook Pro Tastatur schneller?

Dem wollte ich genauer nachgehen und so habe ich 4 typische Apple Tastaturen ausgesucht um zu sehen, auf welcher ich am schnellsten tippe. Zu den Kandidaten zählt natürlich das neue MacBook Pro, das Vorgängermodell (für meinen Vergleich ein MacBook Pro 2015), das Apple Wireless Keyboard (A1314) und dann noch die klassische Apple Tastatur mit USB (A1048). Kleine Bemerkung am Rande: Natürlich konnte die USB-Tastatur am neuen MacBook nur mit einem USB-Adapter betrieben werden.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Als Testwerkzeug für diesen Vergleich wurde eine kleine Web-Applikation gewählt, bei der man unterschiedliche Worte eintippen muss und dabei die Anzahl der Anschläge bzw. geschriebenen Worte festgehalten wird. Weil natürlich ein einmaliger Versuch das tatsächliche Ergebnis nicht richtig abgebildet hätte, habe ich die Versuche pro Tastatur 10-mal durchgeführt und daraus einen Durchschnitt ermittelt.

Das Ergebnis kann der Grafik unten entnommen werden, wobei der eindeutige Verlierer die klassische USB-Tastatur ist (was mich etwas überrascht hat), gefolgt vom MacBook Pro Retina. Auf der kabellosen Variante ist man dann schon schnell unterwegs, aber tatsächlich …

… am schnellsten tippt man auf der neuen Tastatur des MacBook Pro mit Touch Bar

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In der Praxis wird der Vorsprung wohl wenig Auswirkungen haben, aber der Test zeigt, dass trotz aller Kritik (die oftmals dem subjektiven Empfinden geschuldet ist) die Tastatur ein Potential hat und nicht unbedingt ein Rückschritt darstellt.

Mein persönlicher Eindruck zum neuen Keyboard fällt nicht nur wegen diesem Punkt sehr positiv aus. Ich tippe inzwischen sehr gerne auf der neuen „knackigen“ Tastatur. Meine größten Kritikpunkte, das Layout der Cursortasten und das laute Geräusch, spielt im Alltag dann doch nicht so eine große Rolle, wie ich es zuerst gedacht habe. Und was das Sounddesign angeht, wissen wir ja, dass Apple sowas eigentlich kann. Warten wir mal auf die nächste Evolutionsstufe.

P.S.: Bin gespannt auf eure Ergebnisse beim 10FastFingersTest. Mein persönlicher Rekord lag übrigens bei 432 Anschlägen.

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Eine (Arbeits-)Woche mit dem neuen MacBook Pro

Nach dem Ersteindruck von letzter Woche, einem reduzierten Endorphienspiegel und einem harten Arbeitsalltag, möchte ich ein paar Gedanken zum aktuellen MacBook Pro mit euch teilen.

Das Gerät selbst begeistert (und nicht nur mich) immer noch. Formfaktor, Qualitätsanmutung, Materialauswahl, Wertigkeit, das alles passt und überzeugte bisher jeden, der das MacBook Pro mit Touchbar in Spacegrey unter seine Finger nehmen konnte. Etwas schockiert bin ich über die Tatsache, dass nach nur einer Woche Kennenlernen ein Blick auf das „alte“ MacBook Pro wirkt, als würde mann auf ein Relikt der Vergangenheit schauen, obwohl wir alle wissen, das ein 2015er MacBook Pro immer noch mehr Charisma hat, als viele Windows-Laptops zusammen.

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Was weiterhin bleibt ist der superhelle und faszinierende Bildschirm, die (für meine Zwecke) immer ausreichende Performance und die gigantische Geschwindigkeit der SSD. Das Trackpad ist allen Zweifeln erhaben und die Größe fällt weder positiv noch negativ ins Gewicht. Überaus angenehm sind auch die ganz gut temperierten und bei Wunsch sehr kräftigen Lautsprecher. Apropos laut, die vorhandenen Lüfter sind inzwischen ein einziges Mal angesprungen. Trotzt diverser geöffneter Apps, einer parallelen virtuellen Maschine, Java-Applikationen und gestreamter Musik im Hintergrund. Also alles im grünen Bereich.

Das Detail, nachdem sich Betrachter immer zuerst erkundigt haben, war natürlich die Touch Bar und es mag enttäuschend klingen, wenn ich sage, dass dieses Element des neuen MacBook Pro für mich kein Kaufargument war und es auch in Zukunft keines sein wird. Apple hat bei der technischen Ausführung einen guten Job gemacht. Die Touch Bar funktioniert, lässt sich angenehm bedienen, aber in meinem persönlichen Arbeitsalltag spiel sie fast keine Rolle.

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Ohne wollte ich ehrlich gesagt aber auch nicht mehr sein. Schön sind die Konfigurationsmöglichkeiten des Control Strips. Es fühlt sich beim Sliden, Wischen und Tippen schon sehr nach Zukunft an, aber je nach Anwendertyp „verpuffen“ viele der gut gemeinten Ideen. Ich selbst würde mich als Power-User bezeichnen, der mit dem MacBook Pro seinen kompletten Arbeitsalltag, dem Entwicklen und Programmieren in einer typischen modernen Bürowelt bestreitet. Und gerade für mich, der schon in der Vergangenheit vieles direkt und blind über die Tastatur erledigt hat, bleibt die Benutzung der Touch Bar meist auf der Strecke.

Das heißt nicht, dass ich die Touch Bar als überflüssig erachte, aber für mich ist sie definitiv mehr ein Consumer-, denn ein Pro-Feature.

Manchmal arbeitet man ja auch mit externen Tastaturen, dann verzichtet man automatischerweise auf alle netten Spielereien der interaktiven Leiste. In solchen Momenten vermisst man dann aber weniger deren Funktionsumfang, sondern vielmehr ein kleines aber bedeutendes Detail, was man auf der rechten Seite findet – Touch ID. Der Fingerabdrucksensor, den wir bereits vom iPhone oder dem iPad kennen, der gleichzeitig auch ein Ein- und Ausschalter ist. Touch-ID ist schon ein kleines „Killer-Feature“; einmal damit gelebt, will man es nicht mehr missen. Hervorragend auch der schnelle Benutzerwechsel ohne umständlich Auswahl im Menu. Einfach Finger auflegen, kurz drücken und schon ist man im anderen Benutzeraccount. Wundervoll!

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Noch einfacher geht das Anmelden mit einer Apple Watch. Aktiviert man diese neue Funktion, entsperrt sich der Mac automatisch, wenn man sich in seiner Nähe befindet. Es wäre also schön, wenn wenigstens Touch-ID seinen Weg auch auf das Magic Keyboard finden würde.

Ein im Vorfeld sehr kontrovers diskutierter Punkt betrifft die neue Tastatur am MacBook Pro. Ein objektive Bewertung ist natürlich schwierig, schließlich hat jeder Mensch ein anderes Empfinden und natürlich auch andere Präferenzen. Ich selbst bin ein Schnell- und Vieltipper (mit bis zu 400 Anschlägen die Minute) und ich muss sagen, dass ich mich ausgesprochen schnell und gut an die neuen Tastatur gewöhnt habe. Kritikpunkte bleiben weiterhin die doch sehr laute Geräuschkulisse, übrigens auch lauter als das 12″ MacBook mit Butterfly Tastatur. Bei Oberlicht spiegelt die Tastenfläche etwas mehr als beim Vorgänger, was dann auch das Ablesen der Touch Bar etwas schwieriger macht. Schön dagegen ist die klare Abgrenzung der beleuchteten Tastatur auf die entsprechenden Zeichen. Vorbei das aus allen Ritzen und Kanten Leuchten, wie bei der alten Tastatur.

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Mit der Adaptersituation kann man ehrlich gesagt leben, schließlich gehörten diverse Adapter auch beim Vorgänger zum Büroalltag. Über einen passenden Multiport-Adapter lassen sich viele der fehlenden Anschlüsse gekonnt und platzsparend abfangen. Schön ist dabei, dass dann nur noch ein Kabel in den Mac gesteckt werden muss; es lebe die Dockingstation. Leider ist die passende Auswahl eines solchen Multiport-Adapters, trotzt über einem Jahr MacBook (one), noch immer nicht leicht und ein großes Manko bleibt im Moment die oftmals noch fehlende Unterstützung von hochauflösenden Monitoren mit 60 Hz.

Etwas störend empfinde ich die Verbindung der USB-C Stecker selbst, die doch sehr fest im Gehäuse sitzen und nur mit einem erheblichen Kraftaufwand entfernt werden können und keine Frage, der elegante Magsafe fehlt. Was dagegen nicht fehlt ist der Startsound und der leuchtende Apfel. Viel diskutierte Details, die im Arbeitsalltag aber dann doch keine Rolle spielen.

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Somit zeigt sich ein überaus positives Bild des neuen MacBook Pro mit Touch Bar, wenn man mal den doch erheblichen Preispunkt und die leider nicht aktuelle Prozessorarchitektur außer Acht lässt. Faktoren, die in der nächsten Evolutionsstufe wohl weniger eine Rolle spielen werden.

Ein doch sehr negativer Punkt bleibt aber, vorausgesetzt es handelt sich dabei nicht um ein Problem und Produktionsfehler der 1. Serie. Die Akkulaufzeit ist nicht nur schlechter, sondern für meine Verhältnisse fast inakzeptabel geworden. Mein Vorgänger, ein altes MacBook Pro hat noch heute mit einem ca. 2 Jahre alten Akku eine Laufzeit von 9-10 Stunden, die mich fast einen kompletten Arbeitsalltag ohne Strom  haben auskommen lassen. Das neue MacBook Pro hat es laut (kalibrierter) Anzeige noch nie über 5,5 Stunden geschafft, wobei die tatsächliche Benutzung sogar weit darunter lag.

Ein heftiger Wermutstropfen … schauen wir mal was der Apple Support dazu sagt.

Programme mit der Touch Bar wechseln

Wäre es nicht hilfreich, wenn man die Touch Bar als eine art App Switcher benutzen könnte? Also eine Funktion mit der man zwischen den gerade benutzten Programmen wechseln kann?

Das dachte sich auch der Programmierer Maxim Ananov und entwickelte kurzerhand TouchSwitcher. Eine App, die außerhalb des App Stores kostenlos geladen werden kann.

Einmal gestartet „klinkt“ sich TouchSwitcher in den permanenten Teil der Touch Bar ein. Der sogenannten Control Strip, den man auf der rechten Seite der Leiste findet. Und damit kommen wir auch schon zum Nachteil. In diesem Bereich der Touch Bar ist immer nur Platz für eine einzige weitere Funktion. Da diverse Programme, wie z. B. iTunes diesen Bereich auch benutzten, ist TouchSwitcher erst nach einem Beenden des überlagernden Programms, oder durch einen Neustart wieder sichtbar.

Einen Schritt weiter geht da die App Rocket, welche sich nicht im Control Strip „einnistet“, sondern immer über eine Tastenkombination aufgerufen werden kann. Leider hat auch diese kostenlose App, einen kleinen Pferdefuß, vorausgesetzt man hat ein MacBook Pro welches nicht gerade über eine amerikanische Tastatur verfügt.

Die unveränderbare Tastenkombination ist nämlich COMMAND + Tilde (~), welches sich auf einem amerikanischen MacBook direkt unter der Escape-Taste befindet. In der deutschen Version kann ein Tilde-Zeichen aber nur durch die Kombination ALT + N erzeugt werden, was den Aufruf per Tastatur dann leider nicht mehr möglich macht.

Zum Glück findet man Rocket aber auch in der Statusbar des Macs (oben rechts) und somit ist mit einem Klick auf das Programmsymbol der App Switcher dennoch aufrufbar. Es ist zu hoffen, dass in einer späteren Programmversion die Tastenkombination frei wählbar sein wird, ansonsten macht diese App außerhalb Amerikas wohl wenig Sinn.

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Neben dem Vorteil, dass Rocket im Vergleich zu TouchSwitcher nicht im Control Strip verankert ist, bietet es zusätzlich noch die Möglichkeit Programme aufzurufen, die noch nicht gestartet wurden. Damit wandert quasi das komplette Launchpad in die Touch Bar.

Rocket kann ebenfalls kostenlos außerhalb des App Stores geladen werden und selbstverständlich würden sich beide Entwickler über eine kleine Spende freuen.

 

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Oder, die ersten Stunden mit dem neuen MacBook Pro mit Touch Bar.

Meine Finger zittern, mein Kopf fährt Karussell. Tausend Dinge schießen mir durch den Kopf über die ich jetzt alles berichten und schreiben möchte. Gerade eben noch Stand der DHL Expressbote vor der Tür und hat mir das neue MacBook Pro mit Touch Bar überreicht.

In den ersten Minuten bei Apple bestellt und somit als einer der ersten in Deutschland erhalten. Und doch weiß ich, dass schon fast alles über dieses Modell gesagt und geschrieben wurde. Reviews, Tests und Videos überfluten das Netz, gibt es doch schon seit kurzem das MacBook Pro „ohne Touch Bar“ und wie schon so oft konnten die Fanboys über dem großen Teich die neue Hardware schon eine Woche zuvor begutachten.

Genau deshalb möchte ich hier meine ersten, sicherlich sehr emotionalen und subjektiven Eindrücke niederschreiben, denn was nützt das hundertste objektive Review nach festgelegtem Punktesystem, oder der tausendste Foreneintrag übe die fehlende Escape-Taste, wenn man das Ding nicht einmal selbst unter den Fingern hatte.

Los gehts … Apple Hardware auszupacken ist immer eine große Freude. Perfekt inszeniert öffnet man den Versandkarton wie einen Reißverschluss, löst die Folie der Verpackung und schiebt den Deckel langsam nach oben. Im Kopf erklingen dabei die Fanfaren aus „2001 – Odyssee im Weltraum“ und zum Vorschein kommt das neue MacBook Pro über das sich im Moment die gesamte Apple-Community den Mund verreißt.

In diesem Moment sind alle nur so objektiv abgewägten Argumente gegen dieses Produkt vom Tisch gewischt; die Aufschreie auf Twitter, Facebook und Co. und seien sie noch so berechtigt sind nur noch leise aus der Ferne zu hören. Wie ein Monolith im Weltraum dreht man das unverschämt gut aussehende space-graue-Objekt in seinen Händen und denkt; Apple hat es doch noch drauf. Die Hardware, deren Verarbeitung, die Auswahl der Materialien und Komponenten lässt keinen Zweifel darüber übrig, dass es sich um ein Produkt „Designed by Apple in California“ handelt. Dieses MacBook Pro ist (vor allem in spacegrey) unwahrscheinlich schön.

Man öffnet vorsichtig den Monitor und trotzt aller zuvor genutzer Apple Laptops (seit dem Titanium) ist dieses Gefühl neu und faszinierend zugleich. Man spürt den Vorsprung zum Vorgängermodell so deutlich, dass man es nicht für möglich hält und ich benutze im Moment ein MacBook Pro Anfang 2015. Also kein Gerät was man eigentlich ersetzten müsste und trotzdem habe ich es getan.

Gleich vorweg; hätte ich nicht einen neuen Rechner in der Familie gebraucht, wäre ich nie auf die Idee gekommen mir das neue MacBook Pro zu kaufen. Zu groß erschienen mir die Kompromisse beim neuen Gerät und vor allem, zu gut war/ist das „alte“. Niemals wäre ich auf den Gedanken gekommen ich bräuchte was neues, besseres.

Das „letzte“ MacBook Pro ist noch heute ein Rechner, der fast keine Wünsche offen läßt.

Hinzu kommt der überaus schmerzhafte „Preispunkt“ der neuen Modelle. Noch nie war es so teuer bei Apple einzukaufen und somit kann ich schon vorwegnehmen, dass ich eine Empfehlung zum Kauf des aktuellen MacBook Pro mit Touch Bar nicht direkt aussprechen kann. Zumindest nicht zum aktuellen Zeitpunkt.

Aber weiter zu den Ersteindrücken. Der Monitor ist fantastisch, die Brillanz, die Farbwiedergabe, diese unverschämte Helligkeit und wenn ich mich nicht irre scheint man auch bei der Entspiegelung (ein notwendiges Übel der heutigen Zeit) etwas verbessert zu haben.

Das Trackpad ist gigantisch und lässt fast keine Wünsche übrig, wäre da nicht der veränderte Sound beim Klicken, welchen man komischerweise auch nicht mehr deaktivieren kann. Das Trackpad klingt dumpfer, mechanischer, fast als würde man eine Feder unter dem Trackpad bewegen. Der haptische Eindruck ist allen Zweifeln erhaben, aber der Sound ist für mich „gewöhnungsbedürftig“. Eigentlich ist es ja schon lustig, wenn man über ein so kleines Detail wie das Geräusch beim Klicken des Trackpads spricht,  dieses gar seziert und auseinandernimmt. Gibt es diese Diskussionen auch bei Windows Laptops? Wohl eher nicht. Es macht aber deutlich auf welche Ebene man sich beim Testen eines Apple Laptops begibt.

Bleiben wir bei den Geräuschen. Die Tastatur steht dem Trackpad in nichts nach, sondern setzt noch einen drauf. Viel wird über das neue Keyboard mit Butterfly-Tasten geschrieben. Unzählige Benutzer werden mit der neuen Tastatur nicht warm und auch ich empfand den geringen Hub im ersten Moment als störend, was aber viel abschreckender ist sind die Geräusche, die beim Tippen entstehen. Unüberhörbar „klickt“ diese Tastatur, auch wenn man die Tasten nur leicht anschlägt. Und zu allem Übel ist dieses „Klicken“ auch nicht gerade leise. Ein Hörsaal voller neuer MacBook Pro ist sicherlich keine angenehme Vorstellung.

Was das Schreiben auf der Tastatur angeht war ich im ersten Moment ehrlich gesagt entsetzt und etwas abgestoßen. Jetzt, wo ich diesen Artikel schreibe, gewöhne ich mich unerwartet schnell daran. Der geringe Hub ist nach so kurzer Zeit für mich kein Thema mehr und inzwischen bin ich auch mal kurz aufgesprungen und an das alte MacBook Pro herangetreten, um dort nochmals was zu tippen und es ist nicht übertrieben, wenn ich sage, dass sich die alte Tastatur jetzt sehr „schwammig“ und „billig“ anfühlt. Dieser eindeutige „Klick“ der neuen Tastatur ist für mich als ausgesprochener „Viel- und Schnelltipper“ (ich beherrsche das 10 Fingersystem) schon jetzt nicht mehr wegzudenken.

Ich mag die neue Tastatur (wenn nur nicht diese gewöhnungsbedürftige laute Geräuschkulisse wäre).

Auf der einen Seite liebe ich das laute Klackern alter IBM-Tastaturen. Etwas erinnert bei der neuen MacBook Pro Tastatur tatsächlich daran. Ein Zweifel bleibt aber, denn irgendwie  erscheint diese Geräuschkulisse im Jahre 2016 einfach etwas deplatziert.

Und ja, wenn wir gerade bei der Tastatur sind, da war doch noch etwas. Genau, die Touch Bar. Ein neuer Weg, den Apple hier beschreitet. Herausragend im Vergleich zu allen anderen Produkten auf dem Markt und wenn ich das vorweg nehmen darf, unglaublich gut umgesetzt. Die Touch Bar wirkt nicht wie ein Zusatz oder gar Fremdkörper. Die Leiste integriert sich vorzüglich in das bestehende Design und ist technisch sehr gut umgesetzt. Das Highlight ist natürlich der Fingerabdrucksensor auf der rechten Seite. So geht Zukunft. Und trotzdem habe ich bisher noch so gut wie nicht Gebrauch von ihr gemacht. Ein bisschen an der Helligkeit gespielt. Vielleicht mal ein Emoji eingefügt, aber ein direkter Mehrwert ist im ersten Augenblick nicht zu spüren.

Keine Frage, für mich ist schon jetzt die Touch Bar nicht mehr wegzudenken. Warum sollte man auch darauf verzichten wollen.

Dennoch ist der Nutzen nicht von der Tragweite, die man im ersten Moment versucht darin zu interpretieren und hoffen wir mal nicht, dass es nach längerer Zeit gar wie ein unnötiges Spielzeug wirkt. Die Zeit wird es zeigen.

Apropos Zeit … Apple hat mit dem neuen MacBook Pro sicherlich keinen hundertprozentigen Wurf aufs Parkett gelegt. Persönlich würde ich das aktuellen Modell keinen meiner Freunde empfehlen, die schon ein MacBook Pro haben  (1. Serie, Prozessorarchitektur, RAM-Grenze, Preis). Das bedeutet aber nicht, dass wir es hier mit einem schlechten Produkt zu tun haben. Ganz im Gegenteil.

Wie auch schon in den Jahren zuvor (denken wir mal an das MacBook Air) war das erste Modell nicht ein Gerät für die Massen, es hat aber gezeigt wohin die Reise geht. Und selbst wenn man jetzt nicht einsteigen soll oder möchte, bleibt das Ziel dennoch erstrebenswert.